Armreif: Ergreifende Fluchtgeschichte bei "Bares für Rares"
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Armreif: Ergreifende Fluchtgeschichte bei "Bares für Rares"

- Malin Friedrich
Lesezeit: 2 min
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Ein Schmuckstück mit bewegter Vergangenheit sorgte in der Trödelshow Bares für Rares für besondere Momente: Ingrid und ihr Sohn Ralf brachten einen filigranen Armreif aus dem späten 19. Jahrhundert zu Horst Lichter (64) nach Pulheim. Hinter dem zierlichen Stück steckt eine Geschichte, die weit über den reinen Materialwert hinausgeht. Eine Bekannte der Familie soll den Reif einst auf der Flucht aus Schlesien in einem Schuhabsatz versteckt haben. Auf diese Weise gelangte der Schmuck unbemerkt in den Westen und blieb über Jahrzehnte in Familienbesitz. Mit großen finanziellen Erwartungen waren Mutter und Sohn nicht in die Sendung gekommen: 500 bis 600 Euro schwebten den beiden vor. Am Ende wurde es deutlich mehr. Händlerin Elke Velten-Tönnies (73) legte 750 Euro auf den Tisch und sicherte sich damit den historischen Reif. Ingrid und Ralf verließen den Händlerraum sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis.

Vor dem Gang zu den Händlern hatte Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel (60) das Schmuckstück genau unter die Lupe genommen. Anhand der Gestaltung und der Punzen datierte sie den hohl gearbeiteten Vierkantreif auf die Zeit zwischen 1880 und 1900. Verschiedene Hinweise sprachen dabei für eine Fertigung im Umfeld von Pforzheim und Berlin. Gefertigt wurde der Reif aus 585er Roségold. Im Mittelpunkt steht ein hoch geschliffener Opal-Cabochon mit intensivem Farbspiel, ergänzt durch Natur-Saatperlen, weitere Perlen auf S-förmigen Bögen und kleine facettierte Glassteine. Ganz makellos war das Stück allerdings nicht: Eine Krappe fehlte, eine Perle war durch eine Kunstperle ersetzt worden und eine weitere hatte ihren Lüster verloren. Allein der Goldankaufswert lag laut der Expertin bei rund 570 Euro. Wegen des hochwertigen Opals, der Perlen und der aufwendigen Verarbeitung setzte sie den Gesamtwert auf 900 bis 1.100 Euro an. Die Händler lobten den gepflegten Zustand.

Der Armreif war nicht das einzige Erbstück in dieser Ausgabe. Ebenfalls angeboten wurden ein Steglitzer Lesekasten, der auf dem Dachboden der Großeltern entdeckt worden war, die Rosenthal-Figur "Duett", eine geerbte Diamant- und Perlenbrosche sowie englische Salieren aus dem Besitz einer Urgroßmutter. Auch an anderer Stelle wurde es in der Sendung emotional. Siegfried aus Pulheim brachte eine glänzende Prunkschale mit, die seine inzwischen verstorbene Frau einst bei einer Auktion ersteigert hatte. Sie wollte damit später selbst zu Horst kommen. Doch dazu kam es nicht mehr. Also setzte Siegfried ihren Plan fort. Am Ende wechselte die Schale für 1.500 Euro den Besitzer. Für ihn war es mehr als ein Verkauf. Es war der Abschluss eines gemeinsamen Vorhabens.

Horst Lichter, Moderator
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