Sebastian Bezzel fiel fünfmal durch Schauspielschulprüfung
Bevor Sebastian Bezzel (55) zu einem der bekanntesten Gesichter des deutschen Krimifachs wurde, hagelte es erst einmal Absagen. Fünfmal trat der Schauspieler zu Aufnahmeprüfungen an staatlichen Schauspielschulen an – und fünfmal wurde er abgelehnt. In einem Interview mit Bild blickt er nun ohne Beschönigung auf diese Zeit zurück: "Ich wurde sehr viel abgelehnt, weil ich einfach sehr schlecht war. Ich habe fünf Prüfungen in den Sand gesetzt." Besonders eine Situation blieb ihm im Gedächtnis: Bei einem Vorsprechen zog die Jury sehr früh einen Schlussstrich. "Ich durfte nicht mal meine dritte Rolle sprechen, weil es so schlecht war", erinnert sich Sebastian. Sein damaliges Auftreten beschreibt er selbst als alles andere als überzeugend: Er habe "verkrampft auf der Bühne" gestanden und lediglich "irgendwie 'nen Text runtergebrüllt".
Auch abseits der Bühne verlief sein Weg zunächst planlos. Nach dem Zivildienst zog der Schauspieler in die Großstadt und begann ein Studium, ohne wirklich anzukommen. Es sei "alles nichts Halbes und nichts Ganzes" gewesen, schildert er diese Phase im Interview. Am Ende zahlten sich die Umwege und Niederlagen jedoch aus: Irgendwann bestand er doch eine Aufnahmeprüfung und bekam einen Platz an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München. Von dort aus ging es steil nach oben. Einem großen Publikum wurde Sebastian als Kommissar bekannt – 13 Jahre lang und in 27 Filmen ermittelte er an der Seite von Eva Mattes (71) im Tatort Konstanz. Danach schlüpfte er in die Rolle des Dorfpolizisten Franz Eberhofer. Mit "Steckerlfischfiasko" läuft inzwischen der zehnte Teil der Krimikomödienreihe in den Kinos – 13 Jahre nach dem ersten Film.
Aufgewachsen ist Sebastian in der Nähe von Garmisch, in einem Elternhaus, in dem Bildung und Disziplin großgeschrieben wurden. Sein Vater war ein renommierter Ornithologe, seine Mutter arbeitete als Lehrerin. Da beide selbst gute Schüler gewesen waren, gab es wegen seiner schwachen Noten immer wieder Diskussionen. "Da hab ich mir einiges anhören müssen", erzählt er über die Reaktionen daheim. Als sein Berufswunsch schließlich feststand, stellten sich seine Eltern grundsätzlich hinter ihn – allerdings mit einer klaren Erwartung. "Aber dann richtig bitte", habe es geheißen, gemeint war eine Ausbildung an einer guten Schauspielschule. Dass der Schauspieler einmal auf der Bühne oder vor der Kamera landen würde, hatte offenbar schon in der Oberstufe ein Mathelehrer geahnt. Dieser habe ihm angeboten: "Ich geb dir den Punkt fürs Zeugnis, dann gilt das als belegt. Lass dich hier einfach nie wieder blicken."









