Taylor Swift fühlt sich ihren Country-Wurzeln näher denn je
Zurück dorthin, wo alles begann: Taylor Swift (36) will sich musikalisch wieder stärker dem Country widmen. Im Rahmen der "Icon Sessions" des Grammy Museum sprach die Sängerin mit Harvey Mason Jr. (58), dem CEO der Recording Academy, über ihre Anfänge und ihr Verhältnis zur Countrymusik. Ungefähr 20 Jahre nach ihrem Debütalbum, das damals dem Countrygenre zugeordnet wurde, fühlt sie sich diesem Sound und der Musikszene in Nashville enger verbunden denn je. "Ich liebe meine Country-Wurzeln immer mehr, je weiter ich auf diesem Weg vorankomme, und ich möchte sie immer mehr würdigen", erklärte sie. Und weiter: "Ich fühle mich ihnen stärker verbunden, ihnen gegenüber loyaler." Die Zeit in Nashville sei für sie und ihre Entwicklung als Künstlerin prägend gewesen – ein Kapitel, das sie künftig offenbar noch bewusster in ihrer Musik aufgreifen möchte.
Mit ihren frühen Anfängen im Country verbindet Taylor vor allem die Menschen in Nashville. Sie seien es gewesen, die sie als Künstlerin und Songwriterin zu der Person geformt hätten, die sie heute ist. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei das Bluebird Café ein. Als Taylor erfuhr, dass Countryikone Faith Hill (58) dort entdeckt worden war, begann sie, sich intensiv über den bekannten Musikclub zu informieren. Ihr damaliges Lebensziel: ein Auftritt auf der Bühne des Cafés. Der Name ihrer Debütsingle aus dem Jahr 2006 zeigt, wie prägend Faith für die damals noch junge Musikerin war: "Tim McGraw" trägt den Namen von Faiths Ehemann, dem Countrymusiker Tim McGraw. Der Titel machte Taylors Herkunft aus der Countrywelt schon zu Beginn ihrer Karriere unübersehbar. Nun will die Sängerin diese Wurzeln nach zwei Jahrzehnten offenbar noch bewusster würdigen und ihre Verbindung zu Nashville stärker in den Mittelpunkt rücken.
Trotz ihrer engen Bindung an die Countrymusik blieb Taylor im Laufe ihrer Karriere stets offen für andere Genres. Ein Musterbeispiel: Ihre 2012 veröffentlichte Single "I Knew You Were Trouble". Diese war eigentlich als traurige Klavierballade geplant, die vollständig ohne Schlagzeug auskommen sollte. Erst die Produzenten Max Martin und Shellback brachten Dubstep-Elemente ins Gespräch. Taylor trat dem Vorschlag anfangs zwar skeptisch gegenüber, ließ sich schließlich aber auf das musikalische Experiment ein. Rückblickend bezeichnete sie diese Entscheidung als das Beste, was dem Song passieren konnte. Bei kreativen Partnern sei ihr deshalb eine aufgeschlossene "Ja, und?"-Haltung besonders wichtig. Entscheidend sei, Ideen nicht sofort auszubremsen oder gar zu verwerfen, sondern sie weiterzuentwickeln. Auch die Begeisterung während einer Studiosession könne maßgeblich beeinflussen, was aus der Zusammenarbeit entsteht. Taylors geplante Rückbesinnung auf Country bedeutet demnach nicht, dass sie andere Genres ausschließt: Vielmehr möchte sie ihre Anfänge stärker ehren und zugleich offen für musikalische Experimente bleiben.










