Susan Sarandon sieht sich in Hollywood weiter ausgegrenzt

Susan Sarandon sieht sich in Hollywood weiter ausgegrenzt

- Nurin Khalil
Lesezeit: 2 min
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Susan Sarandon (79) verspürt in Hollywood nach wie vor Gegenwind. Bei den Filmfestspielen von Venedig erklärte die Schauspielerin im Rahmen einer Pressekonferenz, dass ihre politischen Ansichten sie bis heute Rollen kosten würden. Wie Page Six berichtet, seien ihr erst vor Kurzem Projekte wieder entzogen worden. "Was die Machtstrukturen betrifft, wurden mir noch vor Kurzem Filme weggenommen, weil es Agenturen gibt, die den Leuten weiterhin sagen, sie sollten mich nicht engagieren", sagte die Oscarpreisträgerin dem Bericht zufolge. Anlass für ihren Auftritt in Venedig war die Premiere ihres neuen italienischen Films "The Echo Chamber", den sie gemeinsam mit Regisseur Andrea Pallaoro auf dem Festival vorstellte.

Wie die Darstellerin betonte, habe sich zumindest die öffentliche Stimmung mittlerweile gewandelt. Es gebe aber weiterhin einflussreiche Personen innerhalb der Branche, die an ihrer ablehnenden Haltung festhielten. Eine Zusammenarbeit mit großen Studios sei offenbar nicht nur für sie, sondern auch für andere Betroffene nahezu unmöglich. Außerhalb Hollywoods und vor allem beim internationalen Publikum fühle sie sich hingegen willkommen. Ihrem Regisseur zollte sie in Venedig ausdrücklich Respekt: Sie bedanke sich bei Andrea, "weil er nicht auf die Warnungen gehört hat", zitiert Page Six die Schauspielerin. Trotz der anhaltenden Ausgrenzung zieht die Darstellerin kein bitteres Fazit: "Aber ich habe meine Familie gefunden, ich habe meine Leute gefunden, und mir geht es gut", erklärte sie demnach.

Ursprung des Konflikts sind Äußerungen, die Susan nach dem Hamas-Angriff auf Israel vom 7. Oktober 2023 bei einer propalästinensischen Kundgebung in New York getätigt hatte. Damals sagte sie, verängstigte Juden bekämen "einen Eindruck davon, wie es ist, in diesem Land muslimisch zu sein und so oft Gewalt ausgesetzt zu sein". Es dauerte nicht lange, bis sie sich öffentlich entschuldigte und ihre Wortwahl als "einen schrecklichen Fehler" beschrieb. Laut Page Six stellte sie klar: "Sie erweckt den Eindruck, als seien Juden bis vor Kurzem nicht mit Verfolgung konfrontiert gewesen, obwohl das Gegenteil der Fall ist." Dem Kommentar fügte sie hinzu: "Ich bedaure zutiefst, diese Realität heruntergespielt und Menschen mit diesem Kommentar verletzt zu haben. Meine Absicht war es, Solidarität im Kampf gegen jede Form von Fanatismus zu zeigen, und es tut mir leid, dass mir das nicht gelungen ist." Die Agentur UTA trennte sich dennoch von ihr; daran konnte auch ihr Statement nichts mehr ändern.

Susan Sarandon, Schauspielerin
Getty Images
Susan Sarandon, Schauspielerin
Susan Sarandon, Februar 2020
Getty Images
Susan Sarandon, Februar 2020
Susan Sarandon beim Cannes Film Festival 2017
Antony Jones/Getty Images
Susan Sarandon beim Cannes Film Festival 2017
Findest du, Susan Sarandon sollte nach ihrer Entschuldigung wieder problemlos für große Hollywood-Projekte engagiert werden?