Neuer Oberbefehlshaber: Wie viel Macht hat König Haakon?
Seit dem Tod von König Harald V. (†89) ist König Haakon VIII. (53) auch Oberbefehlshaber der norwegischen Streitkräfte. Die Verfassung verleiht dem Monarchen dabei weitreichende Befugnisse – zumindest auf dem Papier. In der Praxis ist seine persönliche Entscheidungsgewalt deutlich begrenzter. Laut norwegischer Verfassung hat der König das oberste Kommando über die Streitkräfte und darf unter anderem Truppen einberufen, zur Verteidigung des Landes den Krieg erklären und Frieden schließen. Rechtsprofessor Eivind Smith von der Universität Oslo betont laut Forsvarets Forum jedoch, dass diese Befugnisse immer im Zusammenspiel mit der Regierung zu verstehen sind.
Entscheidend ist das Prinzip des "Königs im Staatsrat". Dabei leitet Haakon die Regierungssitzung, in der formelle Beschlüsse gefasst werden. Seine Unterschrift macht diese rechtswirksam. Theoretisch könnte er sie verweigern und damit eine Entscheidung blockieren – laut Smith ist das seit 1905 allerdings nie geschehen. Trotzdem ist Haakons Rolle nicht rein symbolisch. Er kann in den Sitzungen Fragen stellen, Diskussionen beeinflussen und seine Einschätzung einbringen. Direkte militärische Befehle erteilt er jedoch nicht eigenmächtig.
Haakon bringt zudem militärische Erfahrung mit. Er ist General der Armee und der Luftwaffe sowie Admiral der Marine, absolvierte die Marineakademie und diente zeitweise als stellvertretender Kommandant auf einem Raketentorpedoboot. Smith fasst Haakons Stellung deshalb so zusammen: "Er kann nichts entscheiden oder anordnen, hat aber ganz klar etwas zu sagen." Seine Macht liegt damit vor allem im verfassungsrechtlichen Einfluss – nicht in persönlicher Befehlsgewalt.
























