Mette-Marits Genesung: Experten erklären ihre Rückschläge
Mette-Marits (53) jüngste Auftritte haben viele Norweger alarmiert: Erst fehlte sie bei der Vereidigung ihres Mannes, dann konnte sie dem Trauerzug für König Harald V. (†89) nicht zu Fuß folgen. Doch so beunruhigend die Bilder wirken – Transplantationsexperten sehen darin offenbar noch keinen ungewöhnlichen Verlauf. Hans Henrik Lawaetz Schultz, Oberarzt am Rigshospitalet in Kopenhagen, erklärt gegenüber TV 2: "Komplikationen sind sehr, sehr häufig. Wir sagen tatsächlich allen unseren Patienten, dass niemand dies ohne gewisse Komplikationen übersteht." Krankenhausaufenthalte und engmaschige Kontrollen gehörten für viele Patienten zunächst zum Alltag.
Zu den häufigsten Problemen zählen Abstoßungsreaktionen und Infektionen. Bei einer Abstoßung erkennt das Immunsystem die neue Lunge als fremd und versucht, sie zu bekämpfen. Da gleichzeitig die Immunabwehr medikamentös unterdrückt werden muss, steigt wiederum das Risiko für Infektionen im gesamten Körper. Schwere Abstoßungsreaktionen seien laut Schultz jedoch selten und meist gut behandelbar. Auch körperlich kann die Erholung lange dauern. Nach Klinik- und Intensivaufenthalten verlieren Patienten häufig viel Muskelmasse. Schultz hält es deshalb für denkbar, dass Mette-Marits derzeitige Belastbarkeit noch eingeschränkt ist. "Manche schaffen das in drei Monaten, aber manche brauchen vielleicht ein Jahr oder anderthalb Jahre, um wieder auf die Beine zu kommen", erklärt Transplantationsmediziner Jesper Magnusson.
Für die kommenden Monate zeigen sich die Experten dennoch optimistisch. "Für die meisten sind die ersten sechs Monate die turbulentesten, danach stellt sich eine gewisse Stabilisierung ein", betont Schultz. Viele Patienten könnten später wieder arbeiten, reisen und ein weitgehend aktives Leben führen. Der norwegische Hof hatte bereits nach Mette-Marits Operation angekündigt, dass ihre Genesung rund ein halbes Jahr dauern könne. In dieser Zeit sollte sie keine offiziellen Termine wahrnehmen. Zu ihrem aktuellen Gesundheitszustand äußerte sich das Königshaus zuletzt nicht.























