Anthony Ippolito verblüfft als junger Sylvester Stallone

Anthony Ippolito verblüfft als junger Sylvester Stallone

- Anita Ehlert
Lesezeit: 3 min
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Anthony Ippolito (27) schlüpft in dem Biopic "I Play Rocky" von Regisseur Peter Farrelly in die Rolle des jungen Sylvester Stallone (80) – und seine Verwandlung sorgte bei der Präsentation auf dem Toronto International Film Festival für offene Münder. Deadline beschrieb den Schauspieler als derart überzeugend, dass man meinen könnte, ein digital verjüngter Stallone stehe vor der Kamera. Auf seine Rolle hatte sich der 27-Jährige mehr als ein Jahr lang intensiv vorbereitet. Noch vor Beginn der Dreharbeiten durfte er sein großes Vorbild persönlich treffen und mit ihm über dessen Leben, frühe Karriere und die Entstehung des Filmklassikers "Rocky" sprechen. Ganz gelassen blieb Anthony dabei allerdings nicht. "Es war sehr überwältigend und einschüchternd. In meinem Kopf ging eine Menge vor, aber ich habe wirklich nur versucht, so viel wie möglich zuzuhören und seine Sichtweise zu verstehen", erklärte er gegenüber The Hollywood Reporter. Eine Parallele sei ihm dabei besonders aufgefallen: Rocky Balboa war im Film der "Underdog" – und Sylvester im echten Leben in vielerlei Hinsicht ebenfalls.

In dem Gespräch öffnete sich der "Rambo"-Darsteller und erzählte seinem Filmdarsteller von seiner frühen Kindheit und den vielen Hürden, die er nehmen musste. Bei Sylvesters Geburt wurde versehentlich ein Nerv durchtrennt, wodurch die untere linke Hälfte seines Gesichts gelähmt blieb. Seine markante Stimme und der charakteristische Gesichtsausdruck erschwerten ihm zunächst den Einstieg in die Schauspielerei, wurden später allerdings zu weltweit bekannten Markenzeichen. Anthony zeigte sich von Sylvesters Erzählungen tief beeindruckt. "Seit seiner Geburt hatte er diese Gesichtslähmung, die irgendwie alles schwierig machte. Die Lähmung machte es natürlich sehr schwer, Schauspieler werden zu wollen", berichtete er gegenüber The Hollywood Reporter. Den Bericht aus erster Hand zu hören, habe ihm verdeutlicht, wie viel Sylvester durchgemacht habe. Dass "Rocky" überhaupt entstehen konnte und noch 50 Jahre später gefeiert werde, bezeichnete Anthony als ein Wunder. Laut Regisseur Peter zeigt der Film deshalb nicht nur den späteren Triumph, sondern auch die Zeit, in der Sylvester mittellos und unbekannt war.

"I Play Rocky" erzählt, wie Stallone das Drehbuch zu "Rocky" im Jahr 1975 in nur dreieinhalb Tagen zu Papier brachte und anschließend gegen alle Widerstände darauf beharrte, die Hauptrolle selbst zu übernehmen. Nach Peters Darstellung versuchte das Studio offenbar, ihn mit erschwerten Bedingungen unter Druck zu setzen. Bei Verzögerungen hätte Sylvester durch einen etablierteren Schauspieler ersetzt werden können. Der Hollywoodstar selbst gab dem Projekt vorab seinen Segen und hat das fertige Werk inzwischen gesehen. "Er war begeistert. Das ist eine solche Erleichterung", verriet der Filmemacher gegenüber The Hollywood Reporter. Für den Regisseur war diese Reaktion besonders wichtig, schließlich blickt der Film zu Beginn schonungslos auf eine finanziell prekäre Phase im Leben des Stars. "Da ist eine Menge drin, besonders am Anfang, als er völlig am Boden ist. Das ist schwer anzusehen", betonte Peter gegenüber dem Medium.

Anthony Ippolito bei der Paramount+ und The Cinema Society Vorführung von "The Offer" im Tribeca Screening Room, New York, 24. April 2022.
Getty Images
Anthony Ippolito bei der Paramount+ und The Cinema Society Vorführung von "The Offer" im Tribeca Screening Room, New York, 24. April 2022.
Sylvester Stallone, Premiere von "Tulsa King" 2022
Getty Images
Sylvester Stallone, Premiere von "Tulsa King" 2022
Sylvester Stallone in den frühen 1980ern, bekannt aus "Rocky" und "Rambo"
Getty Images
Sylvester Stallone in den frühen 1980ern, bekannt aus "Rocky" und "Rambo"
Dass Anthony vor dem Dreh mit Sylvester sprechen durfte: Wie wichtig findet ihr dieses Treffen für die Rolle?