Amazon droht wegen Serie "Off Campus" eine Millionenklage
Amazon droht wegen seiner Prime-Video-Serie Off Campus eine Klage in Millionenhöhe. Die New Yorker Produktionsfirma Brass Jar, die hinter den Theatershows "Drunk Shakespeare" steht, reichte am vergangenen Donnerstag Klage bei einem US-Bundesgericht in Miami ein. Im Mittelpunkt steht die vierte Folge der ersten Staffel mit dem Titel "Die Trennung". Darin ist eine längere Szene bei einer fiktiven College-Aufführung namens "Drunk Shakespeare" zu sehen. Auch in den Dialogen wird die Bezeichnung mehrfach erwähnt. Brass Jar wirft Amazon vor, die geschützten Marken "Drunk Shakespeare" und "Drunk" ohne Genehmigung verwendet zu haben. Eine konkrete Gesamtsumme nennt die Firma in ihrer Klage zwar nicht. Sie fordert jedoch unter anderem bis zu 1,7 Millionen Euro pro verletzter Marke und Dienstleistungsart. Zudem könnten dreifacher Schadensersatz sowie die Übernahme der Anwaltskosten hinzukommen. Amazon wollte sich gegenüber Variety nicht zu den Vorwürfen äußern.
Die Produktionsfirma argumentiert, dass die Darstellung in der Serie beim Publikum für Verwirrung sorgen könnte. Zuschauer könnten demnach annehmen, dass zwischen "Off Campus" und der Theaterfirma eine geschäftliche Verbindung besteht oder Brass Jar die Serie unterstützt. Bereits am 3. Juni soll ein Anwalt des Unternehmens Amazon schriftlich auf die Markenrechte hingewiesen und Gespräche über eine Lösung gefordert haben. Laut Klageschrift reagierte Amazons Rechtsbeistand daraufhin ausführlich mit Argumenten gegen eine Urheberrechtsverletzung – obwohl Brass Jar nach eigener Darstellung überhaupt keinen Verstoß gegen das Urheberrecht beanstandet hatte. Die echten "Drunk Shakespeare"-Shows verbinden klassische Stücke des Dichters mit Alkohol: Einer von fünf professionellen Darstellern trinkt fünf Whiskey-Shots, übernimmt anschließend eine Hauptrolle und improvisiert gemeinsam mit den vier nüchternen Kollegen durch die rund 90-minütige Vorstellung. Angeboten wird das Konzept derzeit unter anderem in New York, Chicago, Washington, D.C., Phoenix, Los Angeles und Houston.
Zum Repertoire von Brass Jar zählen außerdem Produktionen wie "Drunk Romeo & Juliet", "Drunk Dracula", "Drunk Pirates" und "Drunk Christmas Carol". Die Serie, die Gegenstand des Rechtsstreits ist, basiert auf der gleichnamigen Romanreihe von Elle Kennedy. Prime Video veröffentlichte die acht Folgen der ersten Staffel am 13. Mai 2026. In der zweiten Staffel rückt die Figur Allie Hayes, gespielt von Mika Abdalla (26), stärker in den Fokus. Im Zentrum steht ihre zunächst geheim gehaltene Romanze mit Dean Di Laurentis, der von Stephen Kalyn (28) verkörpert wird. Die Schauspielerin hatte in einem Interview mit Vogue India bereits eine emotional turbulentere Geschichte für die neuen Folgen angekündigt.
























