Kein Kinostart? Elon-Musk-Doku nach Drohungen auf Eis gelegt
Die internationale Kinozukunft der fast vierstündigen Dokumentation "Musk" über Elon Musk (55) steht überraschend auf der Kippe. Wie der Hollywood Reporter berichtet, erwägt Universal Pictures, auf die geplante Veröffentlichung außerhalb der USA zu verzichten und die Rechte an die Produzenten zurückzugeben. Dabei hatte sich das Studio die weltweiten Auswertungsrechte bereits 2023 gesichert – angeblich für mehrere Millionen Dollar. Einen Starttermin gab Universal bis heute allerdings nicht bekannt, eine endgültige Entscheidung soll noch nicht gefallen sein. Als Gründe für das Zögern gelten Musks Klagedrohungen sowie die Sorge vor politischem Druck aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump (80). In den USA soll der Film hingegen weiterhin ins Kino kommen.
Laut dem Bericht kommuniziert Universal derzeit nicht einmal mehr mit den Filmemachern. Zwei anonyme Insider vermuten, dass das Studio schlicht kalte Füße bekommen haben könnte. Im Zentrum der Spekulationen steht Musks Nähe zu Brendan Carr, dem Chef der US-Medienaufsicht FCC und Vertrauten von Trump. Eine Quelle aus der Behörde beschreibt Carr demnach sogar als privaten Bewunderer des Unternehmers. Brisant wird das, weil Universals Mutterkonzern Comcast aktuell die Auslagerung von NBCUniversal plant und die FCC der Übertragung der NBC-Rundfunklizenzen zustimmen muss. Hinzu kommt weiterer politischer Gegenwind: Donald ist auf NBC nicht gut zu sprechen, da seine Rede zur Lage der Nation nicht live übertragen wurde. Nach kritischen Fragen der Journalistin Kristen Welker forderte er zudem ihre "Bestrafung". Bleecker Street zog den US-Start nach dem Venedig-Erfolg übrigens um eine Woche vor – knapp vier Wochen vor den Kongresswahlen.
Schon vor der ersten Vorführung hatte Elon juristischen Druck aufgebaut. Sein Anwalt Alex Spiro warf Alex Gibney Falschinformationen und Verleumdung vor. Gleichzeitig drohte er nicht nur dem oscarprämierten Regisseur, sondern auch dessen Produktionsfirma Jigsaw sowie HBO und Universal mit Klagen. Elon attackierte den Filmemacher außerdem öffentlich auf X und nannte ihn einen "verbitterten, alten Mann". Die Dokumentation sei ein "Verriss, der sein Ziel verfehlt und die fatale Sünde begeht, vier Stunden zu langweilen", schrieb der Tesla-Milliardär auf der Plattform. Der Film zeichnet ein ausgesprochen kritisches Bild des Milliardärs und thematisiert unter anderem die Gefahr, dass er seinen politischen Einfluss bei den Kongresswahlen im November geltend machen könnte. Das Publikum in Venedig sah die Sache offenbar anders als der Porträtierte: Neben den minutenlangen Ovationen riefen Zuschauer dem Regisseur auf der Bühne ein "Danke" zu.
























