"Leben ist ungerecht": Sarah Engels' deutliche Worte zum ESC

"Leben ist ungerecht": Sarah Engels' deutliche Worte zum ESC

- Florentine Naumann
Lesezeit: 3 min
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Platz 23 beim diesjährigen Eurovision Song Contest in Wien – für viele wäre das ein Grund zum Hadern. Nicht aber für Sarah Engels (33). Die Sängerin blickt erstaunlich gelassen auf das Ergebnis zurück und macht im Gespräch mit Bild deutlich, dass sie ihren eigenen Wert nicht an einer Punktetabelle festmacht. "Mir war die Bewertung ganz egal", stellt die Zweifachmama klar. Viel wichtiger sei ihr eine ganz andere Erkenntnis gewesen: "Die wichtigste Erkenntnis war für mich, dass wir Menschen so viel mehr sind als irgendeine Bewertung auf einem Blatt Papier oder in irgendeiner Statistik." Aus dem Voting zieht sie deshalb eine deutliche Lehre, die weit über den Musikwettbewerb hinausgeht: "Es ist ganz egal, ob du Platz 23 belegst, mal eine schlechte Note in der Schule hast oder was auch immer. Die Dinge im Leben sind manchmal einfach ungerecht." Diese Haltung prägt auch ihren Umgang mit Rückschlägen und Enttäuschungen.

Rückschläge und Enttäuschungen lässt die Musikerin heute nicht mehr so nah an sich heran. Dass sie diese Haltung weitergeben möchte, zeigt sich auch in ihrem Engagement: Seit Monaten setzt sich Sarah dafür ein, dass Mädchen schon früh Selbstvertrauen entwickeln und sich eigene Ziele setzen. Dafür gründete sie sogar eine eigene Stiftung. Der Antrieb dahinter hat viel mit ihrer eigenen Kindheit zu tun. Schon damals habe sie sich ständig beweisen wollen und nach Anerkennung gesucht. "Ich wollte gute Noten, mein eigenes Geld verdienen, alles richtig machen", erinnert sie sich im Interview mit dem Blatt. Und weiter: "Ich wollte damals unbedingt allen zeigen: 'Ich schaffe das. Ich bin schon groß.'" Dieser frühere Ehrgeiz habe somit nicht nur mit großen Zielen zu tun gehabt. Dahinter standen auch Unsicherheiten und der Wunsch, sich vor anderen zu beweisen. Heute versucht Sarah, Bewertungen weniger Macht über ihr Wohlbefinden zu geben. Ihre Erfahrungen möchte sie zugleich nutzen, um jungen Mädchen zu vermitteln, dass ihr Wert weder von Schulnoten noch von Erfolgen, Statistiken oder der Anerkennung anderer Menschen abhängt.

Woher dieser ausgeprägte Ehrgeiz kam, kann die Sängerin inzwischen klar benennen. "Es war oft diese Angst vor Verlust, dieses Nichtgenügen. Nicht bedingungslos geliebt zu werden, sondern immer an Bedingungen geknüpft", schildert sie gegenüber Bild. Genau diesen emotionalen Druck möchte sie ihren eigenen beiden Kindern ersparen. Statt Zuneigung an gute Leistungen oder fehlerfreies Verhalten zu knüpfen, setzt sie bewusst auf ein anderes Fundament. "Mir ist so wichtig, meinen Kindern dieses Gefühl zu geben: Ich liebe dich bedingungslos. Egal, was passiert. Egal, auch wenn Mama mal sauer ist", betont die Musikerin. Damit möchte die Sängerin ihren Kindern vorleben, dass Streit, Fehler oder Enttäuschungen nichts daran ändern, wie sehr sie geliebt werden. Während sie selbst früher glaubte, alles richtig machen und sich Anerkennung verdienen zu müssen, soll ihr Nachwuchs ohne diese Erwartung aufwachsen. Ihre Zuneigung soll nicht davon abhängen, was ihre Kinder leisten oder wie sie sich in einzelnen Situationen verhalten.

Sarah Engels beim ESC 2026
Getty Images
Sarah Engels beim ESC 2026
Sarah Engels auf dem Turquoise Carpet der ESC-Eröffnung in Wien, Mai 2026
Getty Images
Sarah Engels auf dem Turquoise Carpet der ESC-Eröffnung in Wien, Mai 2026
Sarah Engels performt mit "Fire" im ESC-Finale 2026 in der Wiener Stadthalle
Getty Images
Sarah Engels performt mit "Fire" im ESC-Finale 2026 in der Wiener Stadthalle
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