

Quentin Tarantino liebt diesen Western trotz Ford-Abneigung
Quentin Tarantino (63) ist bekannt dafür, eine klare Meinung zu haben – auch wenn es um andere Filmemacher geht. Regisseur John Ford gehört zu jenen, die der Kultregisseur offen ablehnt. Umso überraschender ist es, dass Quentin ausgerechnet eines der bekanntesten Werke von John in höchsten Tönen lobt: den Westernklassiker "Stagecoach" aus dem Jahr 1939, der in Deutschland auch unter dem Titel "Ringo" bekannt ist. Wie The Root berichtet, zählt Quentin den Film zu seinen persönlichen Favoriten.
In "Stagecoach" reist eine Gruppe völlig unterschiedlicher Menschen gemeinsam mit einer Postkutsche durch gefährliches Apache-Gebiet. Dabei steigt die Spannung innerhalb der Gruppe, während von außen die permanente Bedrohung durch Angriffe droht. John Wayne (†72) spielt darin den gesuchten Revolverhelden Ringo Kid – und wurde durch diese Rolle endgültig zum Star. Bis heute hält der Film bei Rotten Tomatoes makellose 100 Prozent von der Kritik. Auch Quentins eigener Film "The Hateful Eight" trägt deutliche Spuren dieser Vorlage: Die Konstellation völlig verschiedener Figuren, die unter extremem Druck auf engstem Raum aufeinandertreffen, erinnert stark an den Klassiker von 1939.
Trotz seiner Bewunderung für "Stagecoach" macht Quentin keinen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber John als Regisseur. Besonders dessen Darstellung indigener Menschen stößt ihm auf. In Interviews kritisierte er laut Kino.de, dass viele klassische Western Native Americans lediglich als gesichtslose Bedrohung inszenierten – ein Vorwurf, den er auch an John richtet. Den enormen filmhistorischen Einfluss von "Stagecoach" auf das Kino stellt er dennoch nicht infrage.









