Nach "Die Odyssee"-Hype droht Favignana der Touristenansturm

Nach "Die Odyssee"-Hype droht Favignana der Touristenansturm

- Nicole Vasiljuk
Lesezeit: 2 min
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Christopher Nolans (56) Monumentalfilm Die Odyssee hat auf der kleinen Insel Favignana vor der Küste Siziliens einen regelrechten Reiseboom ausgelöst. Der Grund: Das Eiland mit seinen rund 4.500 Einwohnern diente in dem Werk mit Matt Damon als Odysseus als Kulisse für dessen Heimat Ithaka. Wie die örtliche Tourismusbehörde gegenüber Rai bestätigte, sind die Urlaubsbuchungen seit dem Kinostart bereits um 20 Prozent nach oben geschnellt. Laut La Repubblica rechnet Favignana in den kommenden drei Jahren mit zusätzlichen Einnahmen von mindestens 250 Millionen Euro – innerhalb von fünf Jahren könnten es sogar 500 Millionen Euro werden. Während lokale Anbieter mit Führungen zu den Drehorten auf die neuen Gäste setzen, schlagen Fachleute und Umweltschutzverbände Alarm. Sie befürchten, dass der wachsende Andrang das bislang beschauliche Inselparadies belasten und in Massentourismus umschlagen könnte.

Zu den beliebtesten Stationen zählt der Strand Cala Rossa, an dem Odysseus im Film an Land geht, sowie das Castello di Santa Caterina, das auf der Leinwand als Ithaka zu sehen ist. Auch die Cala del Bue Marino, wo mit künstlichem Nebel ein Sturm inszeniert wurde, und ein Tuffsteinbruch, der sich im Film in Kalypsos Höhle verwandelt, stehen auf dem Programm. Experten warnen jedoch vor dem sogenannten "White Lotus Effekt": Dieser bezeichnet den massiven touristischen und wirtschaftlichen Boom, den Drehorte und Hotels durch den Erfolg der Satireserie The White Lotus erleben. Wenn eine Staffel an einem bestimmten Ort spielt – wie Hawaii, Sizilien oder Thailand –, steigen die Buchungszahlen und das öffentliche Interesse an diesen Reisezielen rasant an. Für Favignana sei die weitere Entwicklung zwar noch offen, der Andrang habe aber bereits begonnen.

Der erwartete Besucheransturm trifft auf den bislang größten Kinoerfolg in Christopher Nolans Karriere. "Die Odyssee" spielte nach weniger als vier vollständigen Kinowochen weltweit bereits 1,104 Milliarden US-Dollar ein, umgerechnet rund 958 Millionen Euro. Damit ließ das Fantasy-Epos sowohl "The Dark Knight Rises" als auch "The Dark Knight" hinter sich. Zuvor hatte der Regisseur die Milliardenmarke lediglich mit diesen beiden Batman-Filmen geknackt. Neben den Einnahmen sorgen nun vor allem die eindrucksvollen Naturkulissen für neue Aufmerksamkeit. Rund 80 Millionen Menschen sollen das Heldenepos bislang im Kino gesehen haben.

Szene aus "The Odyssey", 2026
Imago
Szene aus "The Odyssey", 2026
Der Strand Cala Rossa auf Favignana, Italien
Imago
Der Strand Cala Rossa auf Favignana, Italien
Der Cast von "The Odyssey" bei der Paris-Premiere, 2026
Getty Images
Der Cast von "The Odyssey" bei der Paris-Premiere, 2026
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