PETA nimmt König Charles wegen Spaniels ins Visier
König Charles III. (77) soll sich öffentlich von einer Hunderasse lossagen, die seit Jahrhunderten seinen Namen trägt: dem Cavalier King Charles Spaniel. Diese Bitte richtete die Tierrechtsorganisation PETA nun an den Buckingham-Palast. In einem Brief argumentierte PETA-Präsidentin Ingrid Newkirk, dass die Nähe zum Königshaus der Rasse ein besonderes Ansehen verleihe. Das treibe die Nachfrage in die Höhe und befeuere eine Zucht, die gezielt auf bestimmte Merkmale setzt: besonders große Augen, kurze Schnauzen und kleine, runde Köpfe. Für die Tiere könne das gravierende Folgen haben. Die Organisation nennt schmerzhafte neurologische Erkrankungen, Schwierigkeiten beim Laufen und in besonders schweren Fällen sogar Lähmungen. Weil der Schädel so klein gezüchtet werde, könne Gewebe durch die Öffnung an der Schädelbasis gedrückt werden und Beschwerden am Gehirn auslösen. Die Hoffnung der Tierschützer: Eine klare Abgrenzung des Königs könnte Menschen davon abhalten, sich einen Cavalier King Charles Spaniel anzuschaffen.
"Solche Worte von Ihnen würden eine kraftvolle Botschaft senden, dass es nichts Edles daran gibt, Hunde auf übertriebene Merkmale zu züchten, die Generationen von ihnen zu schmerzhaften, kräftezehrenden Krankheiten verdammen", schrieb Ingrid. PETA vergleicht die Wirkung des königlichen Namens dabei mit einem Royal Warrant, also jenem Gütesiegel, das kommerziellen Produkten in Großbritannien zusätzliches Prestige verleiht. Rückenwind bekommt die Organisation für ihren Vorstoß allerdings nicht von allen Seiten. Der konservative Politiker Sir John Hayes nannte die Forderung schlicht "Unsinn" und meinte, PETA solle sich lieber für eine verantwortungsvolle Zucht starkmachen. Gegenüber The Telegraph legte er nach: "Als jemand, der sich sowohl dem König als auch den Cavaliers verbunden fühlt, würde ich mich freuen, mich diesem seltsamen Vorschlag entgegenzustellen." Auch Michael Levy, Vorsitzender des Cavalier King Charles Spaniel Club, widersprach der Darstellung. Er verwies auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von elf Jahren. Viele Tiere der Rasse könnten seiner Schilderung nach ein langes und aktives Leben führen.
Die Geschichte der kleinen Spaniels und des britischen Königshauses reicht weit zurück – bis ins 17. Jahrhundert zu König Charles II. Der Monarch galt als ausgesprochener Hundeliebhaber und soll mindestens ein Dutzend Tiere besessen haben. Seit seiner Herrschaft gehört die Rasse fest zur royalen Geschichte und trägt bis heute seinen Namen im Titel. Charles III. selbst besitzt dem Bericht zufolge allerdings gar keinen Cavalier King Charles Spaniel. König Charles III. und Königin Camilla (79) entschieden sich stattdessen zunächst für zwei Jack Russells. Nach dem Tod von Terrier-Dame Beth adoptierten die beiden Anfang 2025 einen gemischtrassigen Vierbeiner.








