"Kinderarbeit": Dylan Sprouse rechnet mit Disney-Kindheit ab
Dylan Sprouse (34) blickt heute durchaus kritisch auf seine Zeit als Kinderstar zurück. In einer aktuellen Folge seines Podcasts "Wildmen", den er gemeinsam mit Brendan Columbus moderiert, spricht der Schauspieler offen darüber, wie er seine frühen Jahre vor der Kamera inzwischen bewertet. Anlass dafür war ein Gespräch mit Mark Indelicato, der als Kind durch "Ugly Betty" bekannt wurde. Gemeinsam beschäftigten sie sich mit der Frage, wie junge Schauspieler mit den Anforderungen der Unterhaltungsbranche umgehen. Dylan wurde dabei ziemlich deutlich: "Wir reden im Grunde um den heißen Brei herum, aber es ist Kinderarbeit. Manche Kinder haben früher in Kohleminen gearbeitet und mit 15 die Tür zum Förderwagen bewacht, wir haben eben gesungen und getanzt. Es ist trotzdem Kinderarbeit!" Die Auswirkungen dieser Erfahrungen begleiten ihn nach eigener Aussage noch heute. Selbst als Erwachsener müsse er bei seiner Arbeit immer wieder mentale Hürden überwinden. Schließlich sei es nicht einfach, weiterhin in genau der Branche tätig zu sein, die praktisch sein gesamtes bisheriges Leben bestimmt habe.
Den Arbeitsalltag eines Kinderstars setzt Dylan im Podcast mit einem gewöhnlichen Bürojob gleich. Auch bei einer Fernsehproduktion geht man zur Arbeit, stempelt ein und später wieder aus – lediglich der Arbeitsplatz sei ein anderer, während die Arbeitszeiten durchaus vergleichbar seien. Weil er schon so früh vor der Kamera stand, entwickelte Dylan nach eigener Einschätzung eine starke Workaholic-Mentalität. Sobald ein Projekt vorbei war, habe er sich als Kind regelmäßig leer gefühlt. "Es fühlte sich lange so an, als wäre mein Selbstwert untrennbar mit meiner Fähigkeit verbunden, zu arbeiten und am Set zu sein", erklärte der Schauspieler. Seine Karriere hatte tatsächlich bereits im Babyalter begonnen, als er gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Cole Sprouse (34) für "Grace Under Fire" vor der Kamera stand. Mit sechs Jahren teilten sich die Brüder in "Big Daddy" die Rolle des Julian. Später wurden sie mit der Disney-Serie "Hotel Zack & Cody" und deren Ableger "Zack & Cody an Bord" weltweit bekannt. Nach dem Ende der Serien zog Dylan sich zunächst aus dem Rampenlicht zurück und studierte Videospieldesign. Seit seinem Abschluss im Mai 2015 steht er wieder vor der Kamera – allerdings deutlich unregelmäßiger als sein Bruder.
Auch Cole hat sich in der Vergangenheit bereits kritisch mit den gemeinsamen Jahren als Kinderstars auseinandergesetzt. In den Podcasts "The Diary of a CEO" und "Call Her Daddy" erklärte er im März 2023, dass der frühe Einstieg ins Schauspielgeschäft für die Mutter der Zwillinge damals vor allem aus finanzieller Sicht sinnvoll gewesen sei. Ihr Vater Matthew Sprouse habe sich hingegen eine gewöhnliche Kindheit für seine Söhne gewünscht. Später erhielt Matthew das Sorgerecht – zu diesem Zeitpunkt sei das Geld aus frühen Engagements wie Friends und "Big Daddy" laut Cole allerdings bereits größtenteils verschwunden gewesen. In "Wildmen" widmet sich Dylan jedoch nicht nur den ernsten Seiten seiner Vergangenheit. Erst vor wenigen Wochen erinnerte er sich dort mit Brendan an eine Studentenparty in Manhattan. Dabei machten sich die beiden scherzhaft über ihren damaligen Kommilitonen Timothée Chalamet (30) lustig, weil dieser sich partout geweigert hatte, einen Kegstand zu machen.


























