Prinzessin Dianas Bruder wirft König Charles Gaslighting vor

Prinzessin Dianas Bruder wirft König Charles Gaslighting vor

- Carina Bukenberger
Lesezeit: 3 min
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Die Schlammschlacht zwischen dem britischen Königshaus und Prinzessin Dianas (†36) jüngerem Bruder Charles Spencer (62) hat eine neue Eskalationsstufe erreicht: Erstmals seit Beginn des Schlagabtauschs hat sich Spencer in einem Zeitungsinterview geäußert – und erhebt darin schwere Vorwürfe gegen König Charles III. (77). Gegenüber Daily Mail erklärte er, der Monarch wolle ihn wegen der Schilderungen in seinen neuen Memoiren "Swan Song: Diana, My Sister" gezielt unglaubwürdig machen. Anlass ist eine überraschend deutliche Stellungnahme des Buckingham-Palasts, in der angedeutet wurde, die extreme Trauer um seine Schwester könne sein Urteils- und Erinnerungsvermögen beeinträchtigt haben. Für den Bruder der Prinzessin ist das ein durchsichtiges Manöver. Seine Worte fielen entsprechend drastisch aus: "Es kommt nicht jeden Tag vor, dass man aufwacht und feststellt, dass man vom König gegaslightet wurde", sagte Spencer dem Blatt.

Das Statement des Palasts bezeichnete Spencer als "erstaunlich provokant und unter der Gürtellinie". Aus seiner Sicht werde ihm damit indirekt unterstellt, gelogen zu haben – ohne dass der König seinen konkreten Schilderungen tatsächlich widersprochen habe. Auch dem Vorwurf, er habe das Buch aus finanziellen Motiven geschrieben, trat der Autor entschieden entgegen. Als Historiker gehe es ihm darum, die Wahrheit über seine geliebte Schwester und die Belastungen ihres öffentlichen Lebens zu erzählen – aus der Perspektive des Bruders, der mit ihr aufgewachsen sei. "Ich kann Ihnen sagen, dass Diana dieses Buch von den Dächern aus bejubeln würde, daran habe ich keinen Zweifel." Jüngst mischte sich auch Rory Stewart ein, ein früherer konservativer Abgeordneter, der einst Prinz William (44) und Prinz Harry (42) unterrichtete. Er erklärte laut BBC: "Ich kann einfach nicht glauben, dass der König das gesagt hat. Es entspricht einfach nicht seinem Charakter, es entspricht nicht seiner Persönlichkeit. Niemals habe ich ihn irgendetwas Derartiges sagen hören."

Der Streit entzündete sich an einer besonders brisanten Enthüllung über die Tage nach dem Tod der Prinzessin im August 1997, wonach der damalige Thronfolger der Verstorbenen laut Spencer eine rasche Verdrängung in der Öffentlichkeit prophezeit haben soll. Der Buckingham-Palast meldete sich noch am Tag der ersten Buchauszüge zu Wort – obwohl Bücher dort grundsätzlich nicht kommentiert werden. In der Erklärung hieß es, brüderliche Trauer könne selbst viele Jahre nach einem Verlust Vernunft, Urteilsvermögen und Erinnerungen beeinflussen. Charles Spencer wertet diese Formulierung als missglückte Anspielung auf den berühmten Palastsatz "Erinnerungen können variieren" und hält sie im aktuellen Zusammenhang für völlig unangebracht. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht damit nicht nur das Andenken an die Prinzessin, sondern auch die Glaubwürdigkeit ihres Bruders – gegenüber ihrem früheren Ehemann und Vater ihrer beiden Söhne, William und Harry.

Collage: Charles Spencer und König Charles
Daniel Leal/Afp via Getty Images, Chris Jackson/Getty Images
Collage: Charles Spencer und König Charles
Prinz Charles und Lady Diana am Tag ihrer Hochzeit am 29. Juli 1981 in London
Imago
Prinz Charles und Lady Diana am Tag ihrer Hochzeit am 29. Juli 1981 in London
Charles Spencer im Mai 2024
Getty Images
Charles Spencer im Mai 2024
Hat Charles Spencer recht damit, die Palastreaktion als Gaslighting zu bezeichnen?