König Charles warnt vor KI-Folgen für künftige Generationen

König Charles warnt vor KI-Folgen für künftige Generationen

- Sandra Wickert
Lesezeit: 3 min
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König Charles III. (77) brachte Mitte September 2026 Vertreter der internationalen Tech-Branche zusammen. Im schottischen Ayrshire empfing der Monarch im Dumfries House rund 30 führende Köpfe aus dem Bereich künstliche Intelligenz zu einem privaten Austausch. Wie Radar Online berichtete, nahmen unter anderem Vertreter von OpenAI, Google DeepMind, Nvidia und Anthropic teil. Bei dem Treffen ging es vor allem darum, wie KI zum Nutzen der Menschen eingesetzt werden kann, ohne dabei menschliche Werte aus dem Blick zu verlieren. Charles beschäftigte dabei offenbar besonders die Frage, welche technologische Welt die heutige Generation den kommenden hinterlässt. Ein Palastinsider erklärte gegenüber dem Portal, den König treibe vor allem ein Gedanke um: Wie stark wird künstliche Intelligenz die künftigen Generationen der Monarchie beeinflussen? Diese Frage lasse ihn nicht los und beschäftige ihn "wirklich intensiv".

Eine Abkehr von der Technologie strebe Charles dabei keineswegs an, betonte der Insider. Künstliche Intelligenz sei aus seiner Sicht nicht "von Natur aus gefährlich", vielmehr sehe er darin "enorme potenzielle Vorteile". Gleichzeitig sei dem König wichtig, dass bei ihrer Weiterentwicklung auch Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und die Interessen kommender Generationen berücksichtigt werden. Besonders beschäftigt ihn dabei die Ungewissheit über die Folgen: "Niemand kann genau wissen, wohin diese Technologie führen wird." Charles fürchte, dass die Gesellschaft einen hohen Preis zahlen könnte, wenn "außergewöhnliche technologische Fortschritte" zulasten jener "Eigenschaften und Werte, die uns menschlich machen" gingen. Zu den Gästen zählten laut Berichten Nvidia-Chef Jensen Huang, Google-DeepMind-Mitgründer Sir Demis Hassabis, OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar und IonQ-Chef Niccolò de Masi. Auch der britische KI-Minister Kanishka Narayan nahm teil, während der vatikanische KI-Ethikberater Paolo Benanti möglicherweise ebenfalls dabei war. Organisiert wurde das Treffen von der Ditchley Foundation, die laut The Independent einen Chartaentwurf für die Diskussion vorbereitet hatte.

Hinter Charles' Interesse an den möglichen Folgen künstlicher Intelligenz steckt auch ein familiärer Gedanke. Seine Enkel werden in einer Welt aufwachsen, die sich durch KI vermutlich stark verändern wird. Für den König stellt sich damit auch die Frage, welches Erbe die heutige Generation ihnen hinterlässt. Seit Jahrzehnten warnt Charles davor, dass technischer Fortschritt Folgen haben kann, die erst mit Verzögerung sichtbar werden. Deshalb hält er Schutzmechanismen für erforderlich, auch wenn deren Umsetzung schwierig sein dürfte. "Er weiß, dass es keine einfachen Antworten geben wird", erklärte der Palastinsider gegenüber Radar Online. Gerade deshalb wolle Charles die Diskussion anstoßen, anstatt sie zu vermeiden. Bereits 2023 hatte sich der Monarch mit dem Thema beschäftigt und per Videobotschaft ein Grußwort an den ersten britischen KI-Sicherheitsgipfel in Bletchley Park gerichtet. Neben technischen Fragen beschäftigen den Monarchen derzeit auch private Probleme, darunter die brisanten Enthüllungen im Zusammenhang mit der bevorstehenden Veröffentlichung der Memoiren seines früheren Schwagers Charles Spencer. (62)

König Charles III. spricht bei einem Treffen zu KI, Regierung und Vordenkern in Dumfries House in Cumnock, Schottland
Getty Images
König Charles III. spricht bei einem Treffen zu KI, Regierung und Vordenkern in Dumfries House in Cumnock, Schottland
Gruppenfoto bei der KI-Konferenz auf Dumfries House in Cumnock, Schottland, am 17. September 2026
Getty Images
Gruppenfoto bei der KI-Konferenz auf Dumfries House in Cumnock, Schottland, am 17. September 2026
Bei einer Gartenparty auf der Isle of Man: König Charles III. im Juli 2026
Getty Images
Bei einer Gartenparty auf der Isle of Man: König Charles III. im Juli 2026
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