Makaber: Amanda Knox scherzt über Mord an Mitbewohnerin

Makaber: Amanda Knox scherzt über Mord an Mitbewohnerin

- Margit Huber
Lesezeit: 3 min
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Amanda Knox (39) sorgt mit ihrem geplanten Auftritt (7. bis 17.08.) beim Fringe-Festival in Edinburgh für heftige Kritik. In der Comedyshow "Cartwheel" will Amanda über ihre Mutterschaft und die Frage sprechen, wie sie ihrer Tochter den Mordfall von Perugia erklärt. Nach dem Tod ihrer damaligen Mitbewohnerin Meredith Kercher im Jahr 2007 war Amanda selbst unter Verdacht geraten, später wurde sie jedoch endgültig vom Mordvorwurf freigesprochen. Dass die reale Gewalttat knapp zwei Jahrzehnte später zum Stoff eines Comedyprogramms wird, stößt bei Merediths Schwester Stephanie Kercher auf scharfe Ablehnung. Im BBC-Frühstücksfernsehen erklärte sie, dieser Umgang sei für die Familie und Freunde der mit 21 Jahren getöteten Britin schmerzhaft. Zudem fürchte sie einen Präzedenzfall, der andere zu ähnlichen Shows über reale Verbrechen bewegen könne. Amandas Einschätzung, Meredith hätte ihren Humor lustig gefunden, widersprach Stephanie deutlich: "Meredith würde darin keinen komischen Wert sehen."

Amanda selbst wies gegenüber The Telegraph zurück, sich über das Opfer oder das Verbrechen lustig zu machen. "Ich mache keine Witze über Merediths Tod. Ich scherze viel darüber, wie ich verleumdet wurde, aber ich scherze nicht über ihren Mord", stellte sie klar. Der Titel "Cartwheel", auf Deutsch "Radschlag", spielt auf die bekannte Behauptung an, sie habe nach dem Fund der Leiche auf einer Polizeiwache Radschläge gemacht. Vom Festival wird das Programm als Show über Mutterschaft und über Amandas geplante Erklärung der Ereignisse gegenüber ihrer Tochter angekündigt. Stephanie appellierte dennoch an sie, "an die Familie zu denken, an ihre Freunde und die Rollen einmal umzudrehen, wenn es ihrer Schwester passiert wäre". Eine Petition aus Merediths Umfeld wirft der Show eine Missachtung ihres Andenkens vor und warnt vor einer Normalisierung von Gewalt gegen Frauen. Laut BBC kamen bereits mehr als 2.400 Unterschriften zusammen. Der Veranstaltungsort Gilded Balloon Teviot verweist dagegen auf die Meinungsfreiheit und die traditionell große Bandbreite an Stimmen beim Fringe.

Amanda und Meredith hatten 2007 als Austauschstudentinnen gemeinsam in einer WG in Perugia gelebt. In der Nacht zum 2. November wurde die Britin getötet in ihrem Zimmer entdeckt, kurz darauf gerieten Amanda und ihr damaliger Freund Raffaele Sollecito (42) unter Mordverdacht. Vier Jahre verbrachte die Amerikanerin in einem italienischen Gefängnis, es folgten mehrere Verurteilungen und Freisprüche, ehe Italiens oberstes Gericht sie 2015 endgültig vom Mordvorwurf entlastete. Als einziger Täter wurde Rudy Guede verurteilt, der 13 Jahre in Haft saß. Heute lebt Amanda mit ihrem Ehemann und den zwei gemeinsamen Kindern im US-Bundesstaat Washington. Mit ihrer Tochter Eureka hat sie bereits kindgerecht über ihre Zeit im italienischen Gefängnis gesprochen und ihr erklärt, dass die Polizei sie zu Unrecht beschuldigt und eingesperrt habe, bevor ihre Unschuld bewiesen wurde. Ihre Sicht auf den Fall verarbeitete sie außerdem in Büchern, einer Netflix-Dokumentation und der Miniserie "The Twisted Tale of Amanda Knox".

Amanda Knox bei der Premiere von "The twisted tail of Amanda Knox", August 2025
IMAGO / ZUMA Press Wire
Amanda Knox bei der Premiere von "The twisted tail of Amanda Knox", August 2025
Amanda Knox und Raffaele Sollecito am Tatort in Perugia, Italien, 2007
Amanda Knox und Raffaele Sollecito am Tatort in Perugia, Italien, 2007
Amanda Knox mit ihrer Tochter Eureka, 2025
Instagram / amamaknox
Amanda Knox mit ihrer Tochter Eureka, 2025
Wie findet ihr Amandas Plan, ihre Geschichte als Comedyshow "Cartwheel" auf die Bühne zu bringen?