"Bares für Rares"-Händler reißen sich um nackte Bronzefigur
Ein nackter Golfer aus Bronze hat im Händlerraum von Bares für Rares für ordentlich Furore gesorgt. Christopher und sein Vater Wilfried Männlein aus dem bayerischen Baar-Ebenhausen brachten die kantig gestaltete Figur in die ZDF-Trödelshow – und ahnten wohl nicht, wie sehr sich die Profis darum reißen würden. Vor allem Susanne Steiger (43) und Jan Cizek lieferten sich ein zähes Bietduell, das den geschätzten Wert des Kunstwerks deutlich hinter sich ließ. Erst bei 1.650 Euro warf Susanne das Handtuch, sodass Jan den unbekleideten Sportler für diese Summe mitnehmen durfte. Damit wechselten am Ende 650 Euro mehr den Besitzer, als die Expertise überhaupt in Aussicht gestellt hatte. Für die beiden Verkäufer dürfte sich der Weg in die Sendung damit mehr als gelohnt haben – sie waren mit deutlich bescheideneren Erwartungen angereist.
Wilfried hatte sich für seinen Flohmarktfund nämlich 1.100 Euro gewünscht, Expertin Dr. Friederike Werner taxierte die Bronze auf 1.000 Euro. Laut Signatur handelt es sich um Exemplar Nummer sechs – entworfen wurde der Golfer in den 2000er-Jahren vom österreichischen Bildhauer Hans Kastler, vermutlich in einer limitierten Auflage von 20 Stück. Die Expertin hielt eine Auftragsarbeit für einen Golfclub oder eine ähnliche Einrichtung für denkbar. Die fehlende Kleidung erkläre sich durch die beabsichtigte Dynamik und die Anlehnung an die klassische Moderne, eventuell an Alberto Giacometti. Daniel Meyer (53) nahm das Motiv mit Humor: Nur in Schottland dürfe man noch unbekleidet Golf spielen, erklärte er und witzelte: "Das ist ja überall anders verboten." Auch Horst Lichter (64) zeigte sich angetan von der reduzierten Gestaltung. "Aufs Wesentliche reduziert, trotzdem alles da", lautete sein erster Eindruck.
Allerdings läuft es für die Verkäufer nicht immer so rund. Vor zwei Wochen erwischte es Anja Welteroth und Alwin Müller aus Eitorf eiskalt. Sie kamen mit einem kompletten Set von Designerstühlen in die Sendung und hofften auf einen satten Zuschuss für ihre Vereinskasse. Experte Sven Deutschmanek (50) war zunächst voll des Lobes. Er erkannte die Stühle als "Flex 2000" von Gerd Lange und sah sie in gutem Zustand. Bei einer Schätzung von bis zu 2.500 Euro lagen Anja und Alwin plötzlich weit über ihrem Wunschpreis von 1.000 Euro. Doch im Händlerraum folgte der Dämpfer. Den Händlern waren die Stühle schlicht zu sperrig. Christian Vechtel eröffnete das Bieten mit nur 300 Euro. Am Ende standen erst 550 Euro im Raum. Das Duo lehnte ab und blieb hart. Durch zähes Verhandeln trieben Anja und Alwin den Preis schließlich auf 900 Euro hoch. Damit kamen immerhin 900 Euro für die Vereinskasse zusammen, aber die Euphorie über die Expertise war verflogen.








