Norwegische Fußballspiele ehren König Harald mit Gedenkfeier
Der norwegische Profifußball setzt am Sonntag ein landesweites Zeichen der Trauer für König Harald V. (†89). Vor sämtlichen Spielen der Eliteserien und der Obos-Liga soll der am vergangenen Freitag verstorbene Monarch mit einer besonderen Zeremonie geehrt werden. Laut Dagbladet entfallen dafür die üblichen Stadioneinläufe. Stattdessen betreten Spieler, Trainer und Schiedsrichter gemeinsam den Rasen und formieren sich dort zu einem großen H – für Harald. Danach werden die Zuschauer gebeten, sich von ihren Plätzen zu erheben und zusammen die norwegische Nationalhymne zu singen. Gleichzeitig soll auf den Stadionleinwänden ein Gedenkfilm laufen, der an das verstorbene Staatsoberhaupt erinnert. Den Abschluss bildet eine einminütige Applausrunde. Auf diese Weise wollen die norwegischen Fußballvereine Harald unmittelbar vor dem Anpfiff gemeinsam mit den Fans würdigen.
Auch während der jeweiligen Begegnungen soll die Trauerbekundung deutlich sichtbar bleiben. Spieler, Schiedsrichter und Betreuer laufen mit Trauerflor auf. Von der Öffnung der Stadiontore bis zum Ende der Partien soll zudem ein Bild von König Harald auf den Leinwänden zu sehen sein. Einblendungen zu VAR-Szenen entfallen an diesem Spieltag vollständig. Die norwegische Flagge weht in den Arenen auf halbmast, während auf andere Fahnen verzichtet werden soll. Ebenso sind vor und während der Spiele sowie in der Halbzeitpause keine Werbeaktivitäten vorgesehen. Jens Haugland, Geschäftsführer von Norsk Toppfotball, betonte gegenüber Dagbladet, wie viel Arbeit hinter der gemeinsamen Aktion stecke: "Natürlich ist es anspruchsvoll, das koordiniert umzusetzen, aber die Klubs haben erhebliche Anstrengungen unternommen, um es möglich zu machen. Ich hoffe, es wird eine würdevolle Gedenkfeier."
König Harald starb am vergangenen Freitag im Alter von 89 Jahren. Sein Tod führte nicht nur zu einem Thronwechsel, sondern auch zu umfassenden Anpassungen im norwegischen Fußballbetrieb. Alle Begegnungen der Eliteserien, die ursprünglich für Samstag angesetzt waren, wurden auf Sonntag verlegt. Auch der Spielplan abseits der höchsten Männerliga blieb nicht unverändert. Partien der Frauenligen und der unteren Spielklassen, die innerhalb von 48 Stunden nach Haralds Tod stattfinden sollten, waren ebenfalls von Verschiebungen betroffen. Damit reagierten die Verantwortlichen unmittelbar auf die Nachricht vom Tod des Monarchen und schufen Raum für die landesweiten Gedenkveranstaltungen. Der norwegische Fußballverband richtete außerdem sein Mitgefühl an die Königsfamilie sowie an alle Menschen aus Haralds persönlichem Umfeld. Die Zeremonien am kommenden Sonntag sollen nun ligaübergreifend sicherstellen, dass Vereine, Mannschaften und Zuschauer gemeinsam Abschied von dem langjährigen Staatsoberhaupt nehmen können.










