Keefe D wegen Mordes an Tupac Shakur schuldig gesprochen
Keefe D wegen Mordes an Tupac Shakur schuldig gesprochenImagoZur Bildergalerie

Keefe D wegen Mordes an Tupac Shakur schuldig gesprochen

- Anja-Stine Andresen
Lesezeit: 2 min
Promiflash.de bei Google bevorzugen

Knapp 30 Jahre nach dem gewaltsamen Tod von Tupac Shakur (†25) ist im wohl bekanntesten ungeklärten Mordfall der Musikgeschichte erstmals ein Urteil gefallen. Eine Jury in Las Vegas befand Duane Davis, besser bekannt als Keefe D, am Montag, dem 31. August, des Mordes ersten Grades für schuldig. Wie das US-Magazin TMZ berichtet, lautete der Schuldspruch konkret auf Mord unter Einsatz einer tödlichen Waffe mit der Absicht, eine kriminelle Gang zu fördern oder zu unterstützen. Der 63-Jährige soll die tödliche Schießerei im September 1996 organisiert haben. Die Schüsse auf den damals 25-jährigen Rapper hat er nach Darstellung der Staatsanwaltschaft allerdings nicht selbst abgegeben. Ihm droht jetzt als Höchststrafe lebenslange Haft. Damit endet ein Verfahren, das über Jahrzehnte hinweg ohne Anklage und juristische Aufarbeitung blieb.

Die Geschworenen brauchten für ihre Entscheidung weniger als drei Stunden. Zuvor hatten sie an neun Verhandlungstagen Ermittler, frühere Gangmitglieder und Dokumentarfilmer angehört. Insgesamt traten zwei Dutzend Zeugen für die Anklage und drei für die Verteidigung auf. Davis sagte nicht selbst aus. Laut Anklage war er der entscheidende Drahtzieher und übergab dem mutmaßlichen Schützen die Mordwaffe. Es soll sich damals entweder um seinen Neffen Orlando Anderson oder um einen weiteren Mann auf dem Rücksitz des beteiligten Cadillacs gehandelt haben. Als Motiv nannte die Staatsanwaltschaft Vergeltung, denn Tupac und sein Umfeld waren am selben Abend mit Anderson in eine Auseinandersetzung geraten. Die Anklage stützte sich zudem auf frühere Aussagen des Angeklagten gegenüber der Polizei und auf seine Memoiren. Die Verteidigung hielt dagegen: Es gebe keine physischen Beweise, die Davis mit der Tat verbinden. Seine Geschichten seien erfunden gewesen, ihr Mandant sei schlicht "voller Mist" gewesen.

Tupac war am 7. September 1996 in Las Vegas aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug heraus angeschossen worden. Der Rapper befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg zu einem Auftritt in einem Klub. Sechs Tage später, am 13. September, erlag er im Alter von nur 25 Jahren seinen Verletzungen. Der frühere Polizist Garry Dale aus Las Vegas begleitete den Schwerverletzten damals im Krankenwagen und versuchte, ihm den Namen des Schützen zu entlocken. Der Rapper nannte dem Beamten aber keinen Verdächtigen und hinterließ vor seinem Tod damit keinen Hinweis auf die Identität des Angreifers. Über Jahrzehnte hinweg blieb der Fall ohne Konsequenzen, obwohl er immer wieder in Dokumentationen und Büchern aufgegriffen wurde. Davis war der einzige Mensch, der jemals wegen Tupacs Tod angeklagt wurde. Jetzt ist er der Erste, der dafür verurteilt worden ist.

Archivbild von Tupac Shakur in New York City, 1993
Imago
Archivbild von Tupac Shakur in New York City, 1993
Duane Davis aka Keefe D betritt den Gerichtssaal während seines Mordprozesses im Fall Tupac Shakur in Las Vegas
Getty Images
Duane Davis aka Keefe D betritt den Gerichtssaal während seines Mordprozesses im Fall Tupac Shakur in Las Vegas
Tupac Shakur im Film "Poetic Justice" 1993
Tupac Shakur im Film "Poetic Justice" 1993