Tupacs Gerichtsmedizinerin schildert Schussverletzungen

Tupacs Gerichtsmedizinerin schildert Schussverletzungen

- Viviane Schmidt
Lesezeit: 2 min
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Im Mordprozess um den Tod von Tupac Shakur (†25) ging es am zweiten Verhandlungstag um erschütternde Details. Vor der Jury in Las Vegas schilderte die Gerichtsmedizinerin Dr. Lisa Gavin am Dienstag, welche Verletzungen der Rapper erlitten hatte. Das berichtet Bild. Im Saal wurden dabei drastische Autopsieaufnahmen auf Monitoren eingeblendet – Tupacs Schwester und weitere Angehörige verließen den Gerichtssaal, bevor die Bilder gezeigt wurden. Laut Gavin drang eine Kugel auf der rechten Seite in Tupacs Brust ein, traf die Lunge und löste massive Blutungen aus. Rund zwei Liter Blut sammelten sich in seinem Brustkorb. Auch die Entfernung der verletzten Lunge konnte den Musiker nicht mehr retten. Die Pathologin erklärte, Tupac habe schließlich nicht mehr atmen können und sei an seinen Verletzungen verblutet.

Weitere Schüsse trafen dem Bericht zufolge den rechten Oberschenkel, den Bauchraum und den Darm des Rappers. Eine Schusswunde verlief zudem durch den Ringfinger seiner rechten Hand. Ein Projektil war bereits bei einer Operation entfernt worden, ein zweites wurde erst bei der Autopsie sichergestellt. Narben wiesen Gavin zufolge auf ältere Schussverletzungen hin. Die vor Gericht gezeigten Fotos dokumentierten zudem die medizinischen Rettungsversuche und Tupacs Verletzungen. Dass sein Körper auf den Aufnahmen geschwollen wirkte, führte die Gerichtsmedizinerin auf die lebenserhaltenden Maßnahmen zurück. Die Obduktion im Jahr 1996 hatte Gavin nicht selbst durchgeführt. Der damalige Gerichtsmediziner ist inzwischen verstorben. Bild zufolge stützt sie ihre Aussage daher auf den Obduktionsbericht, die Fallakten und die Fotos.

Tupac starb im September 1996 im Alter von 25 Jahren, nachdem auf ihn geschossen worden war. Fast drei Jahrzehnte lang kam es in dem Fall zu keinem Mordprozess, in der Musikwelt blieb die Tat über Jahre hinweg ein Thema. Angeklagt ist nun Duane Keith Davis, bekannt als Keffe D. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er in dem Cadillac saß, aus dem die tödlichen Schüsse abgegeben wurden. Er soll den mutmaßlichen Racheakt mitorganisiert haben, selbst aber nicht geschossen haben. Zum Prozessauftakt plädierte Duane auf nicht schuldig und bestreitet die Vorwürfe. Der Verhandlungstermin war zuvor mehrfach verschoben worden, damit seine Verteidigung mehr Zeit zur Vorbereitung erhielt. Tupacs Angehörige verfolgen das Verfahren im Gerichtssaal – der Präsentation der belastenden Autopsiefotos entzogen sie sich jedoch.

Tupac Shakur, Musiker
Imago
Tupac Shakur, Musiker
Archivbild von Tupac Shakur in New York City, 1993
Imago
Archivbild von Tupac Shakur in New York City, 1993
Duane Davis betritt den Gerichtssaal während seines Mordprozesses im Fall Tupac Shakur in Las Vegas
Getty Images
Duane Davis betritt den Gerichtssaal während seines Mordprozesses im Fall Tupac Shakur in Las Vegas
Fast 30 Jahre nach Tupacs Tod steht der Fall endlich vor Gericht – was denkt ihr darüber?