Tupac-Prozess: Angehörige verlassen Saal bei Leichenfotos

Tupac-Prozess: Angehörige verlassen Saal bei Leichenfotos

- Sandrine Palme
Lesezeit: 2 min
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Im Mordprozess um den Tod von Tupac Shakur (†25) ist es am Dienstag zu bewegenden Szenen gekommen. Vor dem Gericht in Las Vegas zeigte die Staatsanwaltschaft den Geschworenen Leichenfotos des Rappers – fast 30 Jahre nach den tödlichen Schüssen. Wie 20 Minuten berichtet, wandten sich die im Saal anwesenden Angehörigen des Musikers sichtbar betroffen ab, als die drastischen Aufnahmen präsentiert wurden. Eine Frau hielt es offenbar nicht mehr aus: Sie stand auf und verließ den Gerichtssaal. Die Bilder wurden im Rahmen der Aussage der Gerichtsmedizinerin Lisa Gavin gezeigt, die als Expertin geladen war. Auf der Anklagebank sitzt Duane Davis, besser bekannt unter dem Spitznamen "Keffe D". Ihm wird vorgeworfen, für den Tod des Musikers verantwortlich zu sein. Der Fall beschäftigt die US-Justiz seit Jahrzehnten – nun werden die Details der Tatnacht vor Gericht in aller Ausführlichkeit aufgerollt.

Die Gerichtsmedizinerin schilderte im Zeugenstand, welche Verletzungen der Rapper erlitten hatte. Eine Kugel sei an der Achsel in den Brustkorb eingedrungen und habe einen Lungenflügel getroffen. Die Folge seien ein Lungenkollaps und eine Blutung gewesen. Um das Leben des Musikers zu retten, hätten die Ärzte den betroffenen Lungenflügel schließlich entfernt. Weitere Schüsse hatten laut Gavin unter anderem den Darm und andere Körperregionen verletzt. Tupac war am 7. September 1996 in Las Vegas angeschossen worden und starb sechs Tage später im Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft wirft Duane vor, den Angriff geplant zu haben – aus Rache für eine Attacke auf seinen Neffen Orlando Anderson, genannt "Baby Lane". Selbst geschossen haben soll er nicht. Die Verteidigung hatte die Darstellung der Anklage zum Prozessauftakt scharf zurückgewiesen und sie als "Fiktion" bezeichnet.

Der Angeklagte hatte sich in der Vergangenheit selbst mehrfach zu der Tatnacht geäußert. In Interviews und in seinen 2019 erschienenen Memoiren "Compton Street Legend" räumte er ein, vorne in dem weißen Cadillac gesessen zu haben, aus dessen Fond die Schüsse auf Tupac abgefeuert wurden. Vor Gericht plädierte er zum Auftakt des über Jahrzehnte erwarteten Verfahrens allerdings auf nicht schuldig. Angehörige des verstorbenen Rappers verfolgten den Prozessbeginn im Zuschauerbereich. Erschwerend kommt hinzu, dass seit der Tat beinahe drei Jahrzehnte vergangen sind: Zahlreiche damals Beteiligte leben nicht mehr – darunter auch der Gerichtsmediziner, der Tupacs Leiche obduziert hatte. Der Prozess war vor seinem Beginn mehrfach verschoben worden, damit die Verteidigung mehr Zeit zur Vorbereitung bekam. Für die Familie des Musikers bedeutet das Verfahren nun eine erneute öffentliche Auseinandersetzung mit seinem gewaltsamen Tod.

2Pac
Action Press / Peter Koberger
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Duane Davis betritt den Gerichtssaal während seines Mordprozesses im Fall Tupac Shakur in Las Vegas
Getty Images
Duane Davis betritt den Gerichtssaal während seines Mordprozesses im Fall Tupac Shakur in Las Vegas
Tupac Shakur, Musiker
Imago
Tupac Shakur, Musiker
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