So intensiv taucht Sandra Hüller in ihre Filmfiguren ein

So intensiv taucht Sandra Hüller in ihre Filmfiguren ein

- Lisa Mayr
Lesezeit: 2 min
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Wer glaubt, dass hinter großen Filmrollen ein streng durchgeplantes Vorbereitungsprogramm steckt, wird von Sandra Hüller (48) überrascht. Im Interview mit dem britischen Magazin AnOther gab die Schauspielerin nun seltene Einblicke in ihre Arbeitsweise – und verriet, dass sie für den Zugang zu ihren Figuren kaum feste Rituale braucht. Sie beschäftigt sich auch abseits des Sets mit ihnen, findet etwa auf der Straße plötzlich Gemeinsamkeiten mit einem Menschen oder stößt in einem Song auf etwas, das sie an ihre Rolle erinnert. Einen Feierabend im klassischen Sinne gibt es da also nicht. "Es ist eine Art selektive Wahrnehmung, eine milde Form der Besessenheit von jemandem. Diese Figuren sind ständig an meiner Seite", beschrieb sie dieses intensive Verhältnis gegenüber dem Magazin.

Doch nicht jede Figur lässt Sandra gleichermaßen an sich heran. Manche Charaktere würden sich ihrer Schauspielerin sogar bewusst entziehen, wie sie im Gespräch verriet: "Manchmal sagt mir eine Figur sehr deutlich, dass sie nichts mit mir zu tun haben möchte." Statt sie zwanghaft ergründen zu wollen, lasse Sandra solche Grenzen zu. "Manchmal ist es, als wollten sie ihre Geheimnisse nicht preisgeben", erklärte sie. Ihre intensive Auseinandersetzung mit den Rollen beschränke sich dabei nicht auf Gedanken und Vorstellungskraft, sondern finde ebenso körperlich statt. Dass die Figuren nicht einfach mit dem Ende eines Drehs verschwinden, überrascht daher kaum. "Fast alle bleiben bei mir. Ich denke von Zeit zu Zeit an sie. Es sind Menschen, die man einmal gekannt hat. Alte Freunde", sagte Sandra über die Charaktere, die sie im Laufe ihrer Karriere verkörperte.

Die enge Verbindung zur Schauspielerei entstand bei Sandra bereits früh. In Friedrichroda in Thüringen aufgewachsen, entdeckte sie mit 15 Jahren das Theater für sich – und war davon offenbar sofort gefesselt. "Es war ein bisschen wie Verliebtsein", erinnerte sie sich an diese ersten Erfahrungen. Was als frühe Begeisterung begann, führte sie später auf internationale Bühnen und vor große Filmkameras. Mit "Anatomie eines Falls" und "The Zone of Interest" gelang ihr der internationale Durchbruch. Für ihre Rolle in "Anatomie eines Falls" erhielt Sandra zudem eine Oscar-Nominierung. Bei den Oscars 2027 könnte die Schauspielerin laut BBC sogar viermal nominiert werden.

Sandra Hüller bei der Eröffnung des 43. Filmfest in München
Getty Images
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Sandra Hüller bei der Premiere von "Fatherland" beim 79. Filmfestival von Cannes im Palais des Festivals
Getty Images
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Sandra Hüller beim Photocall zu "Rose" auf der Berlinale 2026
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Wie findet ihr Sandras ungewöhnlich intensive Vorbereitung auf ihre Rollen?