Schauspielerin Sandra Hüller sieht sich nicht als Deutsche

Schauspielerin Sandra Hüller sieht sich nicht als Deutsche

- Lisa Mayr
Lesezeit: 2 min
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Sandra Hüller (48) gehört zu den international gefragtesten Schauspielerinnen aus Deutschland – mit ihrer Nationalität kann sie allerdings wenig anfangen. In einem aktuellen Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärte die Darstellerin, dass sie sich selbst nicht über ihr Geburtsland definiere. Gerade bei internationalen Projekten werde sie bei Begegnungen mit Menschen aus anderen Ländern immer wieder auf ihre Herkunft angesprochen. Häufig entwickelten sich daraus Gespräche über die deutsche Politik – sowohl über die Vergangenheit als auch über die Gegenwart. Ihre persönliche Haltung dazu machte Sandra gegenüber dem Blatt unmissverständlich klar: "Ich persönlich identifiziere mich nicht als Deutsche." Stattdessen habe sie eine andere Beschreibung für sich gefunden. Sie sehe sich "als thüringische Europäerin oder europäische Thüringerin", so Sandra.

Ganz losgelöst von ihrem Geburtsland betrachtet Sandra ihre Herkunft allerdings nicht. "Wenn man in diesem Land geboren ist, trägt das eine Verantwortung in sich", betonte sie. Diese könne "man nicht einfach ignorieren". Gleichzeitig mache die Schauspielerin die Erfahrung, dass sie in der Filmbranche vor allem als Deutsche wahrgenommen werde und deshalb häufig Rollen mit historischem oder politischem Hintergrund angeboten bekomme. Genau darin sieht Sandra eine Gefahr: Es könne "leicht passieren, dass man zum Produkt wird". Ihre Kritik daran brachte sie so auf den Punkt: "Dann ist das Faschisten-Spielen oder das Faschist-sein-Können oder In-einem-Land-groß-geworden-Sein, in dem es den Faschismus gab und so weiter – das ist dann ein Exportartikel und das finde ich irgendwie nicht richtig."

Sandra wurde 1978 im thüringischen Suhl geboren und schaffte 2016 mit ihrer Hauptrolle in "Toni Erdmann" den internationalen Durchbruch. Seither ist ihre Karriere auch außerhalb Deutschlands weiter steil bergauf gegangen: 2023 überzeugte sie in "The Zone of Interest" und "Anatomie eines Falls" und festigte damit ihren weltweiten Erfolg. Für ihre Leistung in dem Justizdrama erhielt sie einen César und wurde zudem für einen Golden Globe und einen Oscar nominiert. Bei der Oscar-Verleihung im März 2027 könnte Sandra erneut eine Rolle spielen. Nach einer Regeländerung der Academy hält die BBC Nominierungen für ihre Auftritte in "Vaterland", "Rose", "Der Astronaut - Project Hail Mary" und "Digger" für möglich. Dabei handelt es sich bislang allerdings nur um eine Prognose des Mediums – offizielle Nominierungen oder Auszeichnungen gibt es noch nicht.

Sandra Hüller bei der Eröffnung des 43. Filmfest in München
Getty Images
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Sandra Hüller bei der Premiere von "Fatherland" beim 79. Filmfestival von Cannes im Palais des Festivals
Getty Images
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Ryan Gosling und Sandra Hüller bei der Weltpremiere von "Project Hail Mary" (Der Astronaut) in London
Getty Images
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Könnt ihr verstehen, dass Sandra bei internationalen Begegnungen nicht auf deutsche Politik reduziert werden möchte?