Angst vor Demenz? Das denkt "Tatort"-Star Maria Furtwängler

Angst vor Demenz? Das denkt "Tatort"-Star Maria Furtwängler

- Marina Birner
Lesezeit: 3 min
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Maria Furtwängler (59) kennt das Thema Demenz nicht nur aus dem Drehbuch, sondern auch aus ihrem eigenen Leben. Anlässlich ihres neuen Tatort-Falls "König in Gelb", in dem die Krankheit eine zentrale Rolle spielt, sprach die Schauspielerin im Interview mit der Agentur teleschau offen über ihren Vater. Er sei gegen Ende seines Lebens an Demenz erkrankt – eine Zeit, die sie bis heute beschäftigt: "Das war eine prägende Erfahrung für mich." Durch das Erlebte hat sich ihre Sicht auf die Erkrankung nachhaltig verändert. "Man hat Angst bei den Eltern oder auch mal bei sich selbst, ob das jetzt gerade normale Vergesslichkeit war oder ein erstes Zeichen für geistigen Abbau." Statt Demenz nicht nur mit Angst und Schrecken zu verbinden, richtet die Schauspielerin den Fokus laut eigener Aussage bewusst auf das, was trotz der Diagnose bleibt: erfüllende und menschlich berührende Momente im Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen.

Im Umgang mit ihrem Vater habe sie allerdings zunächst eine ganz andere Erfahrung gemacht. Der Blick auf all das, was verloren geht, habe sie frustriert und wütend gemacht, schilderte Maria im Gespräch mit teleschau. Entscheidend sei für sie schließlich ein anderer Blickwinkel gewesen: wertzuschätzen, was noch da ist, und das zu teilen, was weiterhin möglich ist. "Mit dem umzugehen, was man noch gemeinsam findet, schafft hingegen eine Verbindung – und es erfüllt uns", betonte sie. Viele Menschen hätten panische Angst davor, selbst einmal zu erkranken. Die studierte Humanmedizinerin wünscht sich, dass auf Demenzkranke nicht wie auf ein "krankes Insekt" geblickt wird. Auch Menschen mit Demenz hätten weiterhin Wünsche und Sehnsüchte und könnten erfüllende Augenblicke erleben. Die zweifache Mutter machte auch die gesellschaftliche Dimension des Themas deutlich: In Deutschland sind rund zwei Millionen Menschen betroffen – mit steigender Tendenz.

Genau diese Entwicklung durchläuft auch ihre langjährige "Tatort"-Figur Charlotte Lindholm im neuen Fall. Die Kommissarin reagiert zunächst genervt und wütend auf die Aussetzer eines Kollegen, lernt dann aber, wertschätzend mit dessen verbliebenen Fähigkeiten umzugehen. Die Besetzung verleiht dem Film eine besondere persönliche Note: Die Rolle der Mutter im Krimi wird von ihrer leiblichen Mutter gespielt. Deren drastischer Drehbuchsatz "Bitte erschieß mich, wenn ich das kriege" spiegele die weitverbreitete Angst vor der Krankheit wider, sei aber wohl nicht ganz ernst gemeint, erklärte die Schauspielerin im Interview mit der Agentur. Der offene Umgang mit dem Älterwerden spiegelte sich bereits in früheren Aussagen wider. Ihre aktuelle Lebenshaltung: "Wir sollten uns alle bemühen, so gut wie möglich in der Gegenwart und im Moment zu leben." Kurz vor ihrem 60. Geburtstag am 13. September blickt Maria gelassen auf das Alter und geht nach eigener Aussage heute liebevoller mit sich selbst um.

Maria Furtwängler
Getty Images
Maria Furtwängler
Maria Furtwängler und Kathrin Ackermann beim Bernhard Wicki Award in München
Getty Images
Maria Furtwängler und Kathrin Ackermann beim Bernhard Wicki Award in München
Maria Furtwängler im Februar 2024
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Maria Furtwängler im Februar 2024
Wie findet ihr es, dass Maria Furtwängler Demenz im "Tatort" so persönlich thematisiert?