Dianas Tod zwang die Queen zum Bruch mit dieser Tradition
Der Tod der Königin der Herzen, Prinzessin Diana (†36), am 31. August 1997 stürzte nicht nur die Bevölkerung, sondern auch das Königshaus in eine Ausnahmesituation. Queen Elizabeth II. (†96) hielt sich mit der Familie zunächst auf Schloss Balmoral in Schottland auf, wo sie sich um Prinz William (44) und Prinz Harry (41) kümmerte. Während das Land trauerte und sich vor den Toren des Palasts immer mehr Blumen sammelten, ließ eine Reaktion aus dem Palast zunächst auf sich warten. Mit jedem Tag nahm der öffentliche Druck zu, bis die Monarchin schließlich eine jahrhundertealte Tradition durchbrach, wie Express berichtet. Am Tag von Dianas Beerdigung, dem 6. September 1997, erlaubte sie erstmals, dass über dem Buckingham-Palast der Union Jack auf Halbmast gesetzt wurde. Diese Entscheidung war historisch: Sie veränderte das königliche Flaggenprotokoll dauerhaft und wirkt bis heute nach.
Bis zu diesem Zeitpunkt galt eine strenge Regel: Über dem Buckingham-Palast wehte ausschließlich die königliche Standarte – und zwar nur dann, wenn sich der Monarch tatsächlich im Gebäude aufhielt. Weil Elizabeth II. nach Dianas Tod auf Balmoral war, blieb der Fahnenmast über dem Palast leer. Selbst als König George V. und später König George VI. starben, war dort keine Flagge auf Halbmast gesetzt worden. Wegen des wachsenden Drucks änderte die Königin schließlich ihren Kurs. Seither weht bei Abwesenheit des Monarchen der Union Jack über dem Palast, bei dessen Anwesenheit hingegen weiterhin die königliche Standarte. Eine persönliche Fernsehansprache am 5. September 1997 war ebenfalls eine Ausnahme, denn abgesehen von ihrer jährlichen Weihnachtsbotschaft wandte sich Elizabeth II. nur selten auf diesem Weg an die Bevölkerung. "Sie war ein außergewöhnlicher und begabter Mensch. In guten wie in schlechten Zeiten verlor sie nie ihre Fähigkeit zu lächeln und zu lachen oder andere mit ihrer Wärme und Freundlichkeit zu inspirieren", würdigte die mittlerweile verstorbene Queen ihre frühere Schwiegertochter.
In derselben Ansprache trat die Monarchin bewusst nicht nur in ihrer Rolle als Staatsoberhaupt auf, sondern appellierte auch auf emotionaler Ebene an ihr Volk. "Was ich Ihnen nun als Ihre Königin und als Großmutter sage, kommt von Herzen", betonte sie. Die Familie habe auf Balmoral alles daran gesetzt, William und Harry bei der Verarbeitung des schweren Verlusts ihrer Mutter zur Seite zu stehen. Elizabeth II. betonte, allein wegen ihrer Hingabe an ihre beiden Söhne werde Diana stets in Erinnerung bleiben. Die 1997 eingeführte Praxis prägte in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche nationale Trauerfälle. Der Union Jack wurde über dem Buckingham-Palast unter anderem nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf Halbmast gesetzt, ebenso nach dem Tod der Queen Mum (†101) im Jahr 2002 und nach den Londoner Anschlägen 2005. Auch beim Tod von Prinz Philip (†99) 2021 und schließlich beim Tod von Queen Elizabeth II. im Jahr 2022 wurde die Flagge auf Halbmast gehisst.


























