Vor seinem Tod sprach Julian Sands über das Grauen am Berg

Vor seinem Tod sprach Julian Sands über das Grauen am Berg

- Marina Birner
Lesezeit: 3 min
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Julian Sands (†65) verschwand am 13. Januar 2023 während einer Wanderung im Mount-Baldy-Gebiet der San Gabriel Mountains in Südkalifornien – nur wenige Tage nach seinem 65. Geburtstag. In der Region herrschten damals gefährliche Wetter- und Geländebedingungen. Kurz vor seinem Tod hatte der britische Schauspieler in seinem letzten Interview noch eindringlich davor gewarnt, wie riskant eine Tour ohne die nötige Konzentration werden kann. "Freunde, mit denen ich früher geklettert bin, gehen nicht mehr in die Berge. Wenn man nicht wirklich den Wunsch und die Konzentration hat, eine Route zu klettern, wenn man nicht absolut entschlossen ist, wird es viel gefährlicher", erklärte er damals gegenüber der Radio Times. In dem Gespräch thematisierte der erfahrene Bergsteiger auch die bedrückenden Erfahrungen, mit denen Kletterer an Orten konfrontiert sein können, an denen schon viele Menschen zuvor gestorben sind.

"Ich habe unheimliche Dinge in den Bergen gefunden, wenn man weiß, dass man sich an einem Ort befindet, an dem viele Menschen ihr Leben verloren haben, sei es am Eiger oder in den Anden. Man kann mit menschlichen Überresten konfrontiert werden, und das kann einem einen Schauer über den Rücken jagen", erinnerte sich Julian. Mehr als fünf Monate nach seinem Verschwinden wurde am 24. Juni 2023 sein Leichnam in der Nähe des Ortes gefunden, an dem sich seine Spur verloren hatte. Zuvor hatten Einsatzkräfte und freiwillige Helfer wiederholt sowohl aus der Luft als auch am Boden nach ihm gesucht. Lawinengefahr und andere schwierige Bedingungen hatten einige der Suchaktionen zusätzlich erschwert. Sein Fahrzeug war bereits weniger als sechs Tage nach seinem Verschwinden gefunden worden, zudem werteten die Behörden dem Bericht zufolge Mobilfunkdaten aus. Das San Bernardino County Sheriff's Department bestätigte nach abgeschlossener Identifizierung, dass es sich um den Schauspieler aus North Hollywood handelte. Die genauen Todesumstände sollten damals durch weitere Untersuchungen geklärt werden.

Der "Das Phantom der Oper"-Darsteller galt als erfahrener Bergsteiger und hatte eine enge Verbindung zur Natur. Neben den Bergen liebte er laut seiner Familie auch die Kunst. Seine drei Kinder sollen sich zeitweise sogar selbst an der Suche nach ihm beteiligt haben. Julian hinterließ seine Ehefrau Evgenia Citkowitz, die er 1990 geheiratet hatte, sowie die gemeinsamen Töchter Natalya und Imogen. Außerdem hinterließ er seinen Sohn Henry aus einer früheren Beziehung. Seine Ex-Frau Sarah Sands brachte seinen Hang zum Extremen zuweilen auf den Punkt: "Er musste immer den harten Weg gehen. Selbst am Ende suchte er die Herausforderung", resümierte die Journalistin 2023 im Interview mit Daily Mail. In einer über die Polizei verbreiteten Erklärung erinnerte die Familie an ihn: "Wir tragen Julian weiterhin in unseren Herzen, mit leuchtenden Erinnerungen an ihn als wunderbaren Vater, Ehemann, Entdecker, Liebhaber der Natur und der Künste sowie als originellen und gemeinschaftlich arbeitenden Darsteller."

Julian Sands im September 2019
Getty Images
Julian Sands im September 2019
Julian Sands, Schauspieler
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Julian Sands, Schauspieler
Julian Sands im November 2018 in Beverly Hills
Getty Images
Julian Sands im November 2018 in Beverly Hills