Spendenaufruf: Ralf Richters Sohn rechtfertigt sich

Spendenaufruf: Ralf Richters Sohn rechtfertigt sich

- Janine Karrasch
Lesezeit: 3 min
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Maxwell Richter, der Sohn des verstorbenen Schauspielers Ralf Richter (†69), hat die von der Familienfreundin Muriel Tacke ins Leben gerufene Spendenkampagne öffentlich verteidigt – und sie inzwischen selbst beendet. Die Sammlung auf GoFundMe startete am 16. September mit einem Ziel von 8.000 Euro, das angesichts des großen Zuspruchs rasch auf 10.000 Euro angehoben wurde. Bis Donnerstagmittag kamen mehr als 21.500 Euro zusammen – deutlich mehr, als für die Beerdigung selbst nötig wäre. Maxwell bat die Organisatorin daraufhin, keine weiteren Beträge mehr anzunehmen. "Mehr brauchen wir nicht", erklärte er dazu gegenüber t-online. Eigenen Profit will er aus der Aktion nicht schlagen: "Wir beabsichtigen nicht, uns mit dem Geld eine schöne Zeit zu machen", stellte er klar. Was nach der Beerdigung übrig bleibt, soll an Hilfsprojekte für Obdachlose weitergegeben werden.

Maxwell gestand, dem öffentlichen Spendenaufruf zunächst skeptisch gegenübergestanden zu haben – schließlich werde bei prominenten Namen schnell unterstellt, es sei ohnehin genug Geld vorhanden. "Wir geben bereits alles, was wir können", betonte er gegenüber t-online und machte damit deutlich, dass die Familie die Kosten so weit wie möglich selbst trage. Für die Trauerfeier hat Ralfs Sohn bereits konkrete Vorstellungen: "Ich wünsche mir eine größere, pietätvolle Trauerfeier – keine Party mit Champagner-Brunnen, sondern eine Würdigung, die seinem Lebenswerk angemessen ist." Am Freitag stehe ein Termin beim Bestatter an, weshalb Ort und Ablauf der Beisetzung noch nicht endgültig feststünden; favorisiert werde jedoch Bochum, wo Ralf aufgewachsen ist. "Das hätte sich Papa gewünscht", sagte Maxwell dazu. Auch Muriel zeigte auf der Spendenseite Verständnis für kritische Nachfragen, wies "Spekulationen über die finanzielle Lage der Familie sowie verletzende Kommentare" gegenüber Trauernden aber entschieden zurück.

Ralf wurde 1957 in Essen als eines von acht Kindern eines Architekten geboren; die Familie zog schon in seiner Kindheit ins nahe Bochum. Bevor er zur Schauspielerei fand, absolvierte er eine Schreinerlehre und besuchte anschließend die Westfälische Schauspielschule Bochum, die ihn eigenen Angaben zufolge zunächst für "nicht ausbildungsfähig" hielt. Seinen Durchbruch feierte er in Wolfgang Petersens (†81) Kriegsdrama "Das Boot" als Zentralmaat Frenssen, später wurde er als Ruhrpott-Ganove Kalle Grabowski in "Bang Boom Bang" zur Kultfigur. Über die letzten Monate seines Vaters sagte Maxwell der Bild: "Er litt an COPD und einer Herzunterfunktion. Eine Vene zum Herzen hat nicht mehr richtig funktioniert. Deshalb war er schon vor ein paar Monaten in der Klinik." In der Nacht zum 14. September starb Ralf im Alter von 69 Jahren zu Hause in Köln. Auf Instagram schrieb Maxwell dazu gemeinsam mit seiner Schwester Aline: "Für uns ist gerade eine Welt stehen geblieben."

Maxwell und Ralf Richter auf der "Nicht mein Tag"-Premiere in Bochum
Andreas Rentz/Getty Images
Maxwell und Ralf Richter auf der "Nicht mein Tag"-Premiere in Bochum
Ralf Richter, Juli 2024
Imago
Ralf Richter, Juli 2024
Chris Tall mit Ralf Richter
Instagram / christall_official
Chris Tall mit Ralf Richter
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