Grün: Das steckt hinter König Haralds prunkvollem Sarkophag
König Harald V. (†89) hat seine letzte Ruhestätte gefunden. Der am 28. August 2026 verstorbene Monarch wurde im Königlichen Mausoleum auf der Festung Akershus beigesetzt. Dort steht sein prunkvoller Sarkophag nun neben den Grabstätten weiterer Mitglieder der norwegischen Königsfamilie, wie das Königshaus bekanntgab. Ins Auge fällt dabei vor allem die Farbe: Das Grabmal besteht aus grün schimmerndem Olivingestein, das aus Norwegen stammt. Die ungewöhnliche Optik und die heimische Herkunft des Materials prägen die gesamte Gestaltung. Entworfen wurde der Sarkophag vom norwegischen Architekturbüro Snøhetta. Für die aufwendige Umsetzung arbeitete das Büro anschließend mit zahlreichen Fachleuten und Handwerkern aus dem Land zusammen. So waren verschiedene norwegische Betriebe an der Verarbeitung und Verstärkung des Steins, dem Guss der Verzierungen, den Goldschmiedearbeiten und schließlich auch dem Einbau im Mausoleum beteiligt. Insgesamt setzt sich der Sarkophag aus zehn einzelnen Steinelementen zusammen.
Auch die Details des Grabmals sind voller Symbolik. Auf dem Deckel erinnern handgefertigte Bronzeornamente an die norwegischen Reichsinsignien. Dargestellt sind die Königskrone, der Reichsapfel, das Zepter und das Staatsschwert. Am Fußende ist zusätzlich das Königswappen angebracht. In die beiden dargestellten Kronen wurden grüne Peridote eingesetzt – dabei handelt es sich um die klare, hochwertige Varietät des Minerals Olivin. Die Inschrift auf Haralds Sarkophag wurde aus einzeln angefertigten und vergoldeten Messingbuchstaben zusammengesetzt. Ein Teil davon ist direkt in den Stein eingelassen. Verwendet wurde dabei die von Paul Renner in den 1920er-Jahren entworfene Schriftart Futura. Insgesamt besteht die Ruhestätte aus zehn einzelnen Steinelementen. Das Olivin und die Peridote stammen aus einem Steinbruch im Vassbakkedalen in der Gemeinde Volda.
Im Mausoleum ruht der Monarch in unmittelbarer Nähe seiner Angehörigen. Dort befinden sich bereits die von Arnstein Arneberg gestalteten Doppelsarkophage seiner Eltern König Olav und Kronprinzessin Märtha sowie seiner Großeltern König Haakon VII. und Königin Maud. Eine besondere Geschichte hat auch das verwendete Material selbst: Das Olivingestein entstand tief unter der Erdoberfläche und wurde vor rund 400 Millionen Jahren durch tektonische Kräfte angehoben. Es geht damit auf dieselben geologischen Vorgänge zurück, die auch die Berge und Landschaften des Landes formten. Geleitet wurde das Projekt von Snøhetta-Gründer Kjetil Trædal Thorsen. Durch die Verwendung norwegischer Materialien und die Beteiligung einheimischer Spezialisten ist Haralds letzte Ruhestätte eng mit seinem Heimatland verbunden.





















