Julian Reim entdeckt vergessene Songs seines Vaters Matthias
Julian Reim (29) hat im Archiv seines Vaters Matthias Reim (68) einen Song ausgegraben, der fast für immer in der Versenkung verschwunden wäre. Wie Matthias gegenüber Schlager.de berichtete, wollte sein Sohn eines Tages wissen, ob es noch alte Demoaufnahmen aus früheren Jahren gebe. Besonders begeistert war der Schlagersänger von der Idee zunächst nicht. Er hielt die Aufnahmen laut eigener Aussage schlichtweg für zu schlecht und spielte sie Julian nur widerwillig vor. Zwischen den Bändern versteckte sich ein Titel aus dem Jahr 1984 – also aus einer Zeit, lange bevor Matthias mit "Verdammt, ich lieb' dich" zum Schlagerstar wurde. Julian war sofort Feuer und Flamme für den Song und überzeugte seinen Vater, das Stück für das neue Album "Flashback" noch einmal zu überarbeiten. "Papa, der Song ist super. Das ist so 80er-Jahre-Feeling und hat ein bisschen was von 'Major Tom' von Peter Schilling oder Michael Jackson", habe Julian zu ihm gesagt. Am Ende konnte er seinen Vater überzeugen: Die Nummer schaffte es tatsächlich auf das neue Album.
Matthias selbst hatte offenbar nicht damit gerechnet, dass seine alten Aufnahmen bei seinem Sohn so gut ankommen würden. "Mein erster Gedanke war: Oh Gott, bitte nicht. Ich habe ihm gesagt, dass er sich vor Lachen verbiegen wird, weil die Songs so schlecht sind", berichtete er. Den Titel von 1984 hatte er längst abgehakt. "Der war damals so erfolglos, dass niemand davon Wind bekommen hat", erinnerte sich Matthias. Doch Julian blieb dran und schlug Matthias vor, auch weitere Stücke aus früheren Jahren neu zu bearbeiten, anstatt sie für immer im Archiv verstauben zu lassen. Daraus entwickelte sich die zentrale Idee für das Album "Flashback". Die Platte umfasst insgesamt 15 Songs. Neben dem wiederentdeckten Titel sind auch neue Lieder wie "Willkommen in meiner Zukunft", "Aus meinem Kopf" und "Die Sterne lügen" auf dem Album zu finden. Außerdem steuerte Mia Julia (39) das Duett "Keine Freunde bleiben" bei.
Dass sein Sohn ihm musikalische Ratschläge gibt und auch mal Kritik äußert, stört den Musiker keineswegs. "Das finde ich absolut normal. Ich freue mich, wenn ich mich mit Julian austauschen kann", betonte Matthias. In ihren Gesprächen über Musik treffen zwei Generationen mit unterschiedlichen Blickwinkeln aufeinander – und genau davon profitieren beide Seiten. "Ich lerne von ihm, weil er anders denkt, und er lernt von mir, weil ich unglaublich viel Erfahrung habe", fasste der Sänger die familiäre Zusammenarbeit zusammen. Wie eng die beiden musikalisch verbunden sind – auch wenn Julian kürzlich bekannt gab, die Band seines Vaters zu verlassen –, zeigt auch der Umgang mit den alten Aufnahmen. Während Julian das Frühwerk seines Vaters ganz unvoreingenommen betrachtete und es völlig neu bewertete, nahm Matthias die Einschätzung seines Sohnes ernst genug, um das fast vergessene Stück nach mehr als vier Jahrzehnten doch noch auf ein Album zu packen.
























