Trotz Boom: Victoria Beckhams Modelabel schreibt rote Zahlen
Der Netflix-Effekt hat Victoria Beckhams (52) Modelabel zwar einen kräftigen Verkaufsschub beschert, aus den roten Zahlen kam das Unternehmen dadurch aber nicht. Wie die inzwischen bei Companies House veröffentlichten Jahresabschlüsse zeigen, stand im Geschäftsjahr bis Dezember 2025 nach Steuern ein Verlust von 1,7 Millionen Pfund zu Buche. Das berichtet die Daily Mail. Dabei waren vor allem Kleidungsstücke gefragt, die Victoria Beckham in ihrer im Oktober 2025 erschienenen Netflix-Dokumentation getragen hatte. Besonders begehrt war der Look, den die Sängerin und Designerin selbst vor der Kamera trug: das graue "Tilly"-T-Shirt für 110 Pfund und die an die 1970er angelehnte "Alina"-Jeans für 395 Pfund. Bei Denim kletterten die verkauften Stückzahlen um 48 Prozent, bei Jersey um 35 Prozent. Der Boom sorgte im reinen Modegeschäft zwar erstmals für einen operativen Gewinn von 1,5 Millionen Pfund. Den Millionenverlust nach Steuern konnte er dennoch nicht abwenden.
Der Grund für die roten Zahlen: Die Verkaufskosten der Modesparte lagen weiterhin bei stolzen 17,5 Millionen Pfund und damit sogar über dem Vorjahreswert. Hinzu kommen Schulden von 59 Millionen Pfund bei den Gläubigern sowie ein neues Darlehen über 1,5 Millionen Pfund. Deutlich freundlicher sieht die Bilanz der übergeordneten Victoria Beckham Holdings aus, in der neben Mode auch Make-up und Beauty gebündelt sind: Dort stehen 7,3 Millionen Pfund operativer Gewinn in den Büchern, nach einem operativen Verlust von 1,5 Millionen Pfund im Vorjahr. Nach Steuern bleibt ein Gewinn von 2,4 Millionen Pfund. "Wir haben alle lange und hart für diesen Moment der Profitabilität und des Wachstums gearbeitet", betonte Victoria Anfang September gegenüber der Financial Times. Dort erklärte sie außerdem: "Wir sind sehr transparent mit den Problemen umgegangen, die wir im Unternehmen hatten, haben uns aber erholt und wachsen jetzt in einem vernünftigen Tempo. Nach 20 Jahren betrachten die Menschen meine Marke nicht mehr als Promimarke." Für weiteren Schub sorgten eine im April gestartete und ausverkaufte Kooperation mit Gap, ein erster US-Pop-up-Store in den Bal Harbour Shops von Mai bis Oktober sowie ein für September geplanter Laden in New York für Mode, Beauty und Düfte.
Unter Tränen erzählte Victoria in der Doku, dass es auch schon mal viel schlechter um die Firma stand. Nach der Gründung im Jahr 2008 steckte das Unternehmen mit mehreren zehn Millionen Pfund tief in den roten Zahlen – Ehemann David Beckham (51) musste immer wieder finanziell einspringen. "Dieses Unternehmen bedeutet mir alles, es ist absolut ein Teil von mir, aber es war eine höllische Reise. Ich hätte beinahe alles verloren, und das war eine sehr, sehr dunkle Zeit", schilderte die Designerin. Auch ihre Ehe wurde dadurch belastet: "Ja, ich gehe nach Hause zu meinem Ehemann, aber ich gehe auch nach Hause zu meinem Geschäftspartner, also musste ich mit ihm darüber sprechen. Er hatte investiert, und ich hasste es. Ich habe es absolut gehasst." David erklärte, die Lage sei für beide schwierig gewesen. Zu Beginn ihrer Beziehung sei Victoria deutlich wohlhabender gewesen und habe sogar ihr erstes gemeinsames Haus in Hertfordshire gekauft. Später habe er weitere Finanzspritzen ausschließen müssen. 2017 kam externe Hilfe: David Belhassens Unternehmen Neo Investments investierte 30 Millionen Pfund in das Label.






















