"Wahnsinnig schlechter Start": Expertin kritisiert Haakon
Kaum hat König Haakon VIII. (53) seine ersten offiziellen Termine nach dem Thronwechsel aufgenommen, kommt deutliche Kritik aus Dänemark. Die Royal-Expertin Trine Villemann zeichnet gegenüber Ekstra Bladet ein düsteres Bild von der Zukunft der norwegischen Monarchie. "Es wirkt wie ein schwer angeschlagenes Königshaus. Es ist ein wahnsinnig schlechter Start", urteilt sie. Besonders die angespannte Personalsituation am Hof bereitet ihr Sorgen. "Was sollen die Norweger mit dem Königshaus, wenn es sie nicht repräsentieren kann? Diese Frage darf man sich als Norweger durchaus stellen", legt sie nach. Tatsächlich muss Haakon viele seiner neuen Aufgaben vorerst ohne seine Ehefrau Königin Mette-Marit (53) übernehmen. Nach ihrer Lungentransplantation befindet sie sich weiterhin in der Rehabilitation und wird voraussichtlich bis zum kommenden Sommer keine offiziellen Termine wahrnehmen. Am heutigen Dienstag reist der Monarch deshalb allein nach Narvik, bevor er die norwegischen Streitkräfte in Finnmark besucht.
Für Villemann ist die Lage besonders kritisch, weil neben Haakon derzeit vor allem seine Mutter, Königin Sonja (89), für öffentliche Verpflichtungen zur Verfügung steht. Die Expertin bezeichnet den Monarchen als "53 Jahre alten, sehr einsamen Mann" und verweist auf Sonjas Herzrhythmusstörungen. Ihrer Einschätzung nach ist Norwegens Königshaus damit aktuell das am stärksten angeschlagene Königshaus Europas. Hinzu kommen die negativen Schlagzeilen rund um Marius Borg Høiby (29), Mette-Marits Gesundheit und die Epstein-Akten. Doch nicht alle teilen Villemanns harte Bewertung. Dagbladet-Kommentatorin Sigrid Hvidsten räumt zwar ein, dass der Hof unter Personalmangel und ungelösten Problemen leide. Aus dem einstigen Familienbetrieb sei beinahe ein Einmannbetrieb geworden. Von einem völlig misslungenen Start will sie dennoch nichts wissen. König Haralds (†89) Tod und seine Beisetzung hätten die Norweger zusammengebracht. Außerdem sei die Zustimmung zur Monarchie nach einem Tief im vergangenen Winter wieder gestiegen. Auch an öffentlicher Aufmerksamkeit mangele es der Königsfamilie angesichts der anhaltenden Schlagzeilen keineswegs.
Einen wichtigen Punkt vermisst Hvidsten zudem in der Kritik ihrer dänischen Kollegin: Kronprinzessin Ingrid Alexandra (22). Die Tochter von Haakon und Mette-Marit hat ihr Studium in Australien vorübergehend unterbrochen und verbringt das laufende Semester als Austauschstudentin an der Universität Oslo. So kann sie ihrer Familie näher sein und ihren Vater bei Bedarf unterstützen. Bereits rund um den Tod und die Beisetzung ihres Großvaters Harald übernahm sie repräsentative Aufgaben. Allerdings ist ihr Aufenthalt in Norwegen zeitlich begrenzt: Im Februar soll Ingrid Alexandra nach Australien zurückkehren. Haakon bleibt damit vorerst besonders auf seine Mutter angewiesen. Sonja nimmt trotz ihres Alters weiterhin eigene Verpflichtungen wahr. Ende Oktober reist sie beispielsweise nach Spanien, wo sie die Ausstellung "Munch–Picasso" im Museo Picasso Málaga eröffnen und die Norwegische Schule in Benalmádena besuchen soll.





















