Andrew Garfield warnt vor Botoxdruck in Hollywood
Andrew Garfield (43) hat eine klare Haltung zum Schönheitsdruck in Hollywood. Bei einem Lügendetektortest von Vanity Fair stellte sich der Schauspieler gemeinsam mit seiner Kollegin Claire Foy (42) den Fragen. Die beiden standen zuletzt für den Film "The Magic Faraway Tree" zusammen vor der Kamera. Eigentlich ging es zunächst darum, ob emotionale Verletzlichkeit dabei hilft, ein besserer Schauspieler zu sein – und ob Botox die Ausdrucksfähigkeit des Gesichts beeinträchtigen könnte. Andrew nutzte die Frage jedoch, um grundsätzlich über gesellschaftliche Schönheitsideale zu sprechen. Besonders Frauen seien mit enormen Erwartungen an ihr Aussehen konfrontiert. "Oh Gott, das ist schwierig. Ich möchte hier ein bisschen vorsichtig vorgehen, denn ich persönlich glaube ganz klar, dass es großartig wäre, wenn wir in einer Gesellschaft leben würden, in der sich niemand unter Druck gesetzt fühlt, irgendetwas an seinem Gesicht machen zu lassen", erklärte er. "Aber leider verstehe ich, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der der Druck besteht, etwas am Gesicht machen zu lassen, insbesondere bei Frauen."
Als Claire anschließend genauer nachfragte, sprach der frühere "Spider-Man"-Darsteller auch über den Einfluss von Prominenten auf gängige Schönheitsideale. Seiner Ansicht nach orientieren sich viele Menschen an bekannten Persönlichkeiten, wenn es darum geht, was als normal oder erstrebenswert angesehen wird. "Ich denke, im Guten wie im Schlechten schauen die Menschen auf Personen des öffentlichen Lebens, um zu entscheiden, was die Norm oder als erstrebenswert gilt", führte er gegenüber Vanity Fair aus. "Und ich denke, ja, ich denke, dass wir als Personen des öffentlichen Lebens die Verantwortung haben, unsere Gesichter auf natürliche Weise zu pflegen." Andrew sieht darin einen möglichen Kreislauf: Wenn bekannte Vorbilder ihr Aussehen kosmetisch verändern, könne dadurch auch der Druck auf andere Menschen weiter wachsen. Menschen für ihre persönlichen Entscheidungen oder Eingriffe verurteilen wollte er allerdings ausdrücklich nicht.
Das sensible Thema kam im Zuge eines persönlichen Gesprächs zwischen Andrew und Claire über Emotionen und Verletzlichkeit auf. Zunächst stimmte der Schauspieler seiner Kollegin darin zu, dass emotionale Offenheit tatsächlich dabei helfen könne, ein besserer Darsteller zu werden. Gleichzeitig hielt er es für möglich, dass Schauspieler auch zu emotional sein können. Bei seinen Aussagen zum Schönheitsdruck zeigte der Brite schließlich Verständnis für Menschen, die sich für kosmetische Behandlungen entscheiden. Anstatt ihre individuellen Entscheidungen zu kritisieren, stellte er vielmehr die gesellschaftlichen Erwartungen in den Mittelpunkt, denen sie ausgesetzt sind. Seine Kritik richtet sich damit vor allem gegen den Druck von außen: In Andrews Wunschvorstellung sollte sich niemand gezwungen fühlen, das eigene Gesicht verändern zu müssen, um einem bestimmten Ideal zu entsprechen.










