

Simon Leviev nennt Netflix-Doku sein bestes Geschäft
Simon Leviev (35) zeigt offenbar keinerlei Reue für die Ereignisse, die ihn durch die Netflix-Dokumentation The Tinder Swindler weltweit bekannt machten. Stattdessen sieht der Mann, der mit bürgerlichem Namen Shimon Hayut heißt, in der Aufmerksamkeit sogar einen persönlichen Vorteil. Im Gespräch mit The Times erklärte er, dass er inzwischen mit seiner Bekanntheit Geld verdiene und ihm deshalb auch negative Bezeichnungen nichts ausmachten. "Der Tinder-Schwindler war das Beste, was mir je passiert ist. Nennt mich Schwindler, nennt mich, wie ihr wollt. Es ist mir egal. Am Ende des Tages lache ich auf dem Weg zur Bank", sagte er dem Blatt. Ihm wird vorgeworfen, seine Opfer weltweit um insgesamt rund zehn Millionen Dollar gebracht zu haben. Reue gegenüber den Betroffenen zeigte er nicht. Über die Frauen sagte er lediglich: "Ich freue mich, dass es ihnen gut geht. Sie verdienen daran. Ich verdiene ebenfalls daran."
Nach eigenen Angaben ist Simon Leviev nun erstmals seit 15 Jahren nicht mehr mit einem Gerichtsverfahren konfrontiert. Deutschland zog das Auslieferungsersuchen gegen ihn zurück, woraufhin er in Georgien ohne Auflagen freigelassen wurde. Warum die deutschen Behörden das Ersuchen zurückzogen, blieb zunächst unklar; seine Anwältin führte einen Mangel an Beweisen als Grund an. Zuvor war er in Georgien festgenommen worden, nachdem Deutschland ihm vorgeworfen hatte, eine Frau aus Berlin um rund 50.000 Euro betrogen zu haben. In Tiflis saß er zwei Monate lang unter laut eigener Aussage unmenschlichen Bedingungen in Haft und verlor dabei 20 Kilogramm. Anschließend kehrte er nach Tel Aviv zurück. Auch der Rechtsstreit mit der Leviev-Familie ist laut seinem Anwalt beendet. Die Familie ließ die Beschwerde im Rahmen einer Vereinbarung fallen, nach der Leviev nicht mehr den Eindruck erwecken darf, mit ihr oder ihren Unternehmen verbunden zu sein. Pernilla Sjöholm, die nach eigenen Angaben umgerechnet etwa 45.000 Euro verlor, bezeichnete seine Freilassung gegenüber The Mail on Sunday als überraschend und enttäuschend.
Weltweit bekannt wurde Simon Leviev durch die Netflix-Dokumentation von 2022. Darin berichteten mehrere Frauen, Leviev habe sich als vermögender Erbe ausgegeben, romantische Beziehungen zu ihnen aufgebaut und anschließend mit erfundenen Notlagen Geld von ihnen verlangt. Im Herbst 2025 stellte er auf Instagram sein Buch "The Story Behind the Man" vor, mit dem er seine eigene Version der Ereignisse erzählen wollte. Kurz nach der Ankündigung wurde sein Profil auf privat gestellt. Von der öffentlichen Kritik lässt sich Leviev, der in Finnland und Israel Haftstrafen verbüßte, offenbar nicht beeindrucken. "Damit, dass man mich Schwindler und einen schlechten Menschen nennt, soll es nun nach all den Jahren vorbei sein. Aber das bin ich gewohnt, seit ich ein Junge war. Es macht mir nichts aus", sagte er gegenüber The Times.



























