Homosexualität: "Modern Family"-Stars bekamen Hate für Küsse

Homosexualität: "Modern Family"-Stars bekamen Hate für Küsse

- Patricia Schlösser-Christ
Lesezeit: 3 min
Promiflash.de bei Google bevorzugenPromiflash.de bei Google bevorzugen

Eric Stonestreet (54) und Jesse Tyler Ferguson (50) spielten in "Modern Family" eines der bekanntesten schwulen Fernsehpaare überhaupt – und mussten sich immer wieder Kritik an der Darstellung ihrer Serienbeziehung anhören. Der Grund: Ihre Figuren Cameron Tucker und Mitchell Pritchett zeigten im Vergleich zu anderen Paaren der Sitcom nur selten körperliche Zuneigung. Besonders Eric bekam dafür den Unmut zu spüren. Ihm wurde unterstellt, er wolle seinen Kollegen nicht küssen, weil er selbst heterosexuell sei. Diese Annahme habe ihn verletzt, wie er nun gemeinsam mit Jesse gegenüber The Guardian erzählte. Vorbehalte gegen seine homosexuelle Rolle wies der Schauspieler entschieden zurück. Jesse sprang ihm zur Seite und wies auf einen auffälligen Unterschied im Umgang mit den Beziehungen der anderen Serienpaare hin: "Wenn man sich alle Paare in der Serie ansah, gab es auch zwischen Jay und Gloria nicht besonders viel Zärtlichkeit in der Öffentlichkeit, aber weil wir das schwule Paar waren, bekamen wir die Kritik ab." Beide beklagten, dass ausgerechnet Cam und Mitch an Maßstäben gemessen worden seien, die bei den anderen Serienpaaren kaum eine Rolle gespielt hätten.

Dabei lag die Erklärung für die seltenen Küsse nicht etwa bei den Schauspielern, sondern im Drehbuch. Die Autoren hatten Jesses Figur Mitchell von Anfang an als jemanden angelegt, dem öffentliche Liebesbekundungen unangenehm sind – mit Erics persönlicher Haltung hatten die fehlenden Zuneigungsbekundungen also herzlich wenig zu tun. Als zusätzliches Argument führte der Serienstar seine frühere Rolle im queeren Kultfilm "Girls Will Be Girls" an, in dem er eine Dragqueen küsste. Die Serienmacher griffen die Diskussion um die seltenen Küsse schließlich selbst auf: In der Episode "The Kiss" erlebt Mitchell einen liebevollen Moment mit seinem Vater, woraufhin Cam und Mitch im Hintergrund den lang ersehnten Kuss austauschen. "Modern Family" lief von 2009 bis 2020 über elf Staffeln und wurde 85 Mal für einen Emmy nominiert. 22 Auszeichnungen gewann die Serie, zwei davon gingen an Eric.

Auch nach dem Serienfinale ist die Verbindung zwischen den beiden Schauspielern nicht abgerissen – obwohl sie inzwischen in unterschiedlichen Städten leben. Zwei Jahre nach der letzten Folge trafen sie sich in New York wieder und begrüßten sich mit einer innigen Umarmung, bei der Jesse seinem Kollegen einen Kuss auf die Wange drückte. Die große Bekanntheit durch die Sitcom hatte für Jesse allerdings auch eine belastende Seite: Gegen Ende der Serie litt er nach eigener Aussage unter heftigen Panikattacken. Eine davon erlebte er an einem Pride-Sonntag in den überfüllten Straßen New Yorks. Jesse ist selbst homosexuell und engagiert sich für LGBTQ+-Anliegen. Schon beim Casting stand er Eric unterstützend zur Seite. Dieser hatte damals wegen einer missglückten Geste befürchtet, seine Chance auf die Rolle des Cam verspielt zu haben. Jesse beruhigte seinen späteren Kollegen jedoch – und gemeinsam prägten sie schließlich über mehr als ein Jahrzehnt eines der zentralen Paare der erfolgreichen Sitcom.

Eric Stonestreet und Jesse Tyler Ferguson
Getty Images
Eric Stonestreet und Jesse Tyler Ferguson
Jesse Tyler Ferguson und Eric Stonestreet
Getty Images
Jesse Tyler Ferguson und Eric Stonestreet
Der Cast von "Modern Family" im Jahr 2012
Getty Images
Der Cast von "Modern Family" im Jahr 2012
Eric Stonestreet wurde unterstellt, seine Rolle wegen seiner eigenen Sexualität nicht glaubwürdig spielen zu wollen: Wie bewertet ihr diese Kritik?