Sandra Hüller überzeugt als Mann in neuem Kinofilm "Rose"
Mit kurzem Haar, einem staubigen Hut und einer markanten Narbe im Gesicht ist Sandra Hüller (48) in ihrer neuen Rolle kaum wiederzuerkennen. Im Historienfilm "Rose" von Regisseur Markus Schleinzer schlüpft die Schauspielerin in die Haut einer Frau, die sich im 17. Jahrhundert als Mann ausgibt – und damit ihr Leben riskiert. Der Film läuft ab sofort in den deutschen Kinos. Ihre Figur kehrt als vermeintlicher Soldat aus dem Dreißigjährigen Krieg zurück, lebt das Leben eines gefallenen Kameraden weiter und ergattert so einen Hof und ein Stück Freiheit in einer von Männern dominierten Welt. Für diese schauspielerische Leistung wurde Sandra bereits bei der Weltpremiere auf der Berlinale 2026 mit dem Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle ausgezeichnet.
Um ihren Betrug noch glaubhafter zu machen, plant ihre Figur zusätzlich eine arrangierte Ehe mit der Bauerntochter Suzanna, gespielt von Caro Braun. Filmkritiker Knut Elstermann lobte gegenüber dem MDR, dass Hüller die Rolle "konsequent und radikal" spiele und mit einer "ungeheuren Intensität und Klugheit" an ihre Figur herangehe – "mit kompletter Hingabe". Gerade im Zusammenspiel mit Caro zeige sich, dass Sandra sich trotz ihres internationalen Starruhms nicht in den Vordergrund spiele. Das strenge, in Schwarz-Weiß gehaltene Drama thematisiert Geschlechterrollen und Selbstbestimmung – in historischem Gewand, aber mit hochaktuellem Bezug.
Sandra selbst beschreibt ihre Rolle im Gespräch mit dem MDR als einzigartige Herausforderung: "Als Schauspielerin verkleidet man sich die ganze Zeit. Nur ist das nicht lebensbedrohlich." Besonders fasziniert habe sie das Thema Identität und die Frage, inwieweit man "man selbst sein kann": "Das hat mich sehr interessiert, weil es eben auch mit meinem Beruf verbunden ist." Die Figur der Rose ist historisch inspiriert – Regisseur Markus Schleinzer und sein Co-Autor stießen auf rund 300 verbürgte Fälle von Frauen, die sich als Männer ausgaben, und zwar in Gerichtsakten und Tagebüchern. Sandra ist seit Jahren eine der gefragtesten Schauspielerinnen Deutschlands und war zuletzt auch für einen Oscar nominiert.








