Berufung von Marius Borg Høiby im Prozess wurde zugelassen

Berufung von Marius Borg Høiby im Prozess wurde zugelassen

- Anita Ehlert
Lesezeit: 2 min
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Der Strafprozess gegen Marius Borg Høiby (29) geht in die nächste Runde: Die Berufung des Sohnes von Kronprinzessin Mette-Marit (53) wurde offiziell zugelassen. Das komplette Strafverfahren gegen ihn wird damit vor dem norwegischen Berufungsgericht neu verhandelt. Das betrifft auch die Vergewaltigungsvorwürfe, wegen derer der 29-Jährige in erster Instanz schuldig gesprochen worden war. Anfang Juni hatte ein Gericht in Oslo Marius unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen zu vier Jahren Haft verurteilt. Kurz nach der Verkündung ging Marius gegen die Entscheidung vor. Nun steht fest, dass sich die nächste Instanz noch einmal umfassend mit dem Fall, den Vorwürfen und der bisherigen Beweiswürdigung beschäftigen wird. Wie VG berichtet, soll die erneute Verhandlung im kommenden Jahr stattfinden. Einen konkreten Termin für das neue Verfahren gibt es bislang allerdings noch nicht.

Die Richter des Berufungsgerichts fällten ihre Entscheidung einstimmig: Der Fall soll in vollem Umfang neu verhandelt werden. Marius' Anwalt Petar Sekulic reagierte erleichtert auf die Nachricht. "Er ist natürlich froh, dass der Berufung stattgegeben wurde", erklärte der Jurist gegenüber VG über seinen Mandanten. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine andere Position vertreten und darauf gedrängt, das Rechtsmittel des Norwegers zurückzuweisen. Eine Woche vor der Entscheidung hatte Staatsanwalt Sturla Henriksbø gegenüber demselben Blatt seine Position dargelegt: "Wir sind der Ansicht, dass bereits jetzt klar ist, dass ein Berufungsverfahren auf dieser Grundlage nicht zu einem anderen Ergebnis führen wird", sagte er gegenüber VG. Dieser Einschätzung folgte das Berufungsgericht nicht. Statt nur einzelne Punkte des Urteils zu prüfen, wird der gesamte Strafprozess gegen Marius nun noch einmal aufgerollt.

Auch die norwegische Staatsanwaltschaft selbst hatte gegen das im Juni gefällte Urteil Rechtsmittel eingelegt – allerdings aus einem anderen Grund. Aus ihrer Sicht war die vom Osloer Gericht verhängte Gefängnisstrafe von vier Jahren zu niedrig ausgefallen. Die Anklage hatte im Prozess ursprünglich eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten gefordert. Somit steht bei der erneuten juristischen Auseinandersetzung neben den Schuldsprüchen auch das Strafmaß wieder im Fokus. Die aktuelle Entwicklung fällt für Marius zudem in eine persönlich belastende Zeit. Am Mittwoch nahm er in der Kirche Abschied von seinem Stiefgroßvater, König Harald V. (†89). Wenige Monate nach dem erstinstanzlichen Urteil und dessen Anfechtung muss sich der Sohn von Mette-Marit damit zugleich mit einem Todesfall innerhalb der norwegischen Königsfamilie auseinandersetzen.

Marius Borg Høiby bei der Trauerfeier für König Harald V in Oslo
Getty Images
Marius Borg Høiby bei der Trauerfeier für König Harald V in Oslo
Marius Borg Høiby beim 25-jährigen Thronjubiläum von König Harald in Trondheim, 23. Juni 2016
Imago
Marius Borg Høiby beim 25-jährigen Thronjubiläum von König Harald in Trondheim, 23. Juni 2016
Marius Borg Høiby im Juni 2016
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Marius Borg Høiby im Juni 2016
Sollte das Berufungsgericht beim neuen Prozess auch über ein höheres Strafmaß entscheiden?