Ricky Hattons Mutter erinnert sich an ihre letzte Umarmung
Knapp ein Jahr nach Ricky Hattons (†46) Tod blickt seine Mutter Carol Hatton auf die letzten gemeinsamen Minuten mit ihrem Sohn zurück. Wie sie gegenüber ITV Granada Reports schilderte, entdeckte sie nur drei Tage vor dem Tod der Boxlegende zufällig dessen Auto vor seinem Fitnessstudio in Hyde. Sie schaute spontan bei ihm vorbei, sagte Ricky, dass sie ihn gerne öfter sehen würde, und nahm ihn beim Abschied noch einmal innig in die Arme. Rückblickend ist sie für diesen Moment besonders dankbar: "Ich bin so froh, dass ich ihn noch gesehen habe, denn niemand weiß, wann man einen Menschen zum letzten Mal sieht", sagte sie. Rickys Vater Ray Hatton, der früher auch sein Manager war, hatte vor Rickys Tod hingegen keine Gelegenheit mehr zu einem persönlichen Treffen.
Aus dem schmerzhaften Verlust leitete Ray gegenüber ITV Granada Reports einen eindringlichen Appell ab. "Man sagt seinen Enkelkindern, wie sehr man sie liebt, man sagt seiner Frau, wie sehr man sie liebt, aber ich denke, gerade bei Männern gilt: Habt niemals Angst davor, euren Sohn in den Arm zu nehmen und ihm zu sagen, dass ihr ihn liebt." Carol schilderte Ricky als einen Menschen, der andere mit auffälligen Aktionen zum Lachen bringen wollte. Hinter seinem großen Lächeln habe er jedoch viel Schmerz verborgen. Sie warnte davor, Menschen in psychischen Krisen vorschnell zu beurteilen. Niemand könne wissen, was in jemandem vorgehe oder wann sich eine "dunkle Wolke" über ihn lege. Ricky selbst habe Ray zufolge regelmäßig über mentale Gesundheit gesprochen und anderen geraten, sich jemandem anzuvertrauen. "Er gab diese Ratschläge von ganzem Herzen, aber ich glaube nicht, dass er selbst auf sie gehört hat", erklärte Ray. Gerichtsmedizinerin Alison Mutch kam im März 2026 zu dem Ergebnis, dass Ricky die Handlungen, die zu seinem Tod führten, selbst vorgenommen habe. Sie könne aber nicht mit Sicherheit feststellen, dass er beabsichtigt habe, sich das Leben zu nehmen.
Ricky war am Morgen des 14. September 2025 von seinem Manager Paul Speak leblos in seinem Haus aufgefunden worden. Die Polizei von Greater Manchester hatte damals erklärt, es gebe keine Hinweise auf verdächtige Umstände. Bei einer Trauerfeier in Manchester erwiesen später Tausende Fans, Freunde und Angehörige der Boxlegende die letzte Ehre. Trotz der Trauer möchte Carol gemeinsam mit der Familie weiterleben, über ihren Sohn sprechen und die Erinnerung an ihn bewahren. Sie ist überzeugt, dass Ricky weiterhin auf seine Angehörigen herabblickt und weiß, wie sehr sie ihn lieben. Genau dies habe Carol ihrem Sohn bei der letzten Begegnung mit auf den Weg gegeben: "Carol sagte ihm, er solle sich immer daran erinnern, wie sehr wir ihn alle lieben", berichtete Ray. Seine Eltern wollen mit ihren Erzählungen nicht nur Rickys Andenken lebendig halten. Mit ihren offenen Worten machen sie zugleich deutlich, wie wichtig Zuneigung, Gespräche und Unterstützung bei seelischen Problemen sein können.

























