Offen und modern: Charles veröffentlicht private Steuern
König Charles III. (77) geht einen historischen Schritt: Der britische Monarch legt erstmals öffentlich offen, wie viel er persönlich an Steuern zahlt. Die Zahlen werden als Teil der jährlichen Finanzabrechnung des Buckingham-Palasts veröffentlicht. Laut Palastkreisen handelt es sich dabei um eine persönliche Entscheidung des Königs, der seit seiner Thronbesteigung im Jahr 2022 auf mehr Modernität und Transparenz setzt. Gegenüber der BBC erklärte ein Sprecher des Buckingham-Palasts: "Einfach ausgedrückt: Wir modernisieren und entwickeln uns ständig weiter." Ziel sei ein "breiteres Verständnis unserer Rechenschaftspflicht."
Offengelegt werden die Steuerzahlungen für das Finanzjahr 2024/25. Dabei geht es unter anderem um Einkünfte aus dem Herzogtum Lancaster – der wichtigsten privaten Einnahmequelle des Königs –, persönliche Investitionen sowie Erträge aus den Privatanwesen Sandringham und Balmoral. Das Herzogtum Lancaster umfasst Grundstücke und Immobilien in Nordengland sowie Liegenschaften im Londoner Stadtzentrum und erzielte im vergangenen Jahr Gewinne von rund 28 Millionen Euro. Die Steuerdaten sollen künftig jedes Jahr veröffentlicht werden. Obwohl britische Monarchen gesetzlich nicht zur Zahlung von Einkommensteuer verpflichtet sind, zahlen sie diese traditionell freiwillig – eine Praxis, die bereits Queen Elizabeth II. (†96) im Jahr 1993 eingeführt hatte.
Druck zu mehr Transparenz bei den Royals gibt es in Großbritannien seit Jahren. Zuletzt hatten unter anderem die Skandale rund um Charles' jüngeren Bruder Ex-Prinz Andrew (66) sowie wiederholte Forderungen aus der Politik den Ruf nach mehr Offenheit im Umgang mit den Finanzen des Königshauses verstärkt. Seit seinem Amtsantritt arbeitet Charles auch daran, die Royal Family zu verkleinern und auf ihre Kernaufgaben zu fokussieren. Wie deutlich sich diese Veränderungen zeigen, wurde zuletzt bei der Geburtstagsparade "Trooping the Colour" sichtbar: Statt der früher üblichen mehr als 40 Familienmitglieder auf dem Balkon des Buckingham-Palasts winkten in diesem Jahr nur noch 14 Royals der Menge zu.









