Gewusst? Königin Silvia war Kandidatin in deutscher Gameshow
Lange bevor sie zur Königin von Schweden wurde, saß Silvia (82) Sommerlath in einem deutschen Fernsehstudio. 1971 war die heute 82-Jährige in der Ratesendung "Was bin ich?" zu sehen – gemeinsam mit zwei Kolleginnen, die wie sie bereits als Hostessen für die Olympischen Spiele 1972 in München ausgewählt worden waren. Das alte Bildmaterial ist inzwischen auf YouTube aufgetaucht und zeigt die spätere Königin rund ein Jahr vor jenem Sportereignis, bei dem sie ihren späteren Ehemann Carl Gustaf (80) zum ersten Mal traf. Bei ihrem kurzen Auftritt trug Silvia die markante türkis-weiße Dienstkleidung der Olympiahostessen. Erst nachdem der gesuchte Beruf in der Show aufgelöst worden war, wurden die jungen Frauen als Ehrengäste ins Studio geholt. Dort verteilten sie kleine Souvenirs an das Publikum.
Im Mittelpunkt der Sendung stand allerdings nicht Silvia, sondern Emma Ripper-Schwabe. Sie wurde als oberste Verantwortliche für die Olympiahostessen vorgestellt – und genau das sollte das Rateteam zunächst herausfinden. Im Gespräch verriet sie einige Details zur Auswahl: Mehr als 8.000 Bewerbungen aus Deutschland und dem Ausland seien eingegangen, gesucht wurden insgesamt 1.500 Frauen. Die Kandidatinnen sollten zwischen 19 und 30 Jahre alt sein und neben Deutsch mindestens zwei Fremdsprachen beherrschen. "Die Mädchen träumen davon, Hostessen zu sein. Sie halten es für eine einmalige Gelegenheit, mit jungen Menschen aus aller Welt in Kontakt zu kommen, ihre Sprachkenntnisse einzusetzen und als Bindeglied zwischen diesen jungen Menschen zu fungieren", erklärte sie in "Was bin ich?". Silvia sicherte sich später einen besonders verantwortungsvollen Posten: Sie leitete ihre Abteilung, betreute die VIP-Gäste und schulte weitere Hostessen. Zu den weniger glamourösen Aufgaben des Teams gehörte es, die Sauberkeit auf dem Gelände und vor allem in den Toiletten im Blick zu behalten.
Bei den Spielen in München lernte Silvia 1972 dann den damaligen Kronprinzen Carl Gustaf kennen. Aus der Begegnung entwickelte sich eine Liebesgeschichte, die 1976 in einer Hochzeit mündete – seitdem ist sie Königin von Schweden. Einfach war der Wechsel aus ihrem bisherigen Leben an den schwedischen Hof allerdings nicht. In der TV4-Dokumentation "Das Königspaar – 50 Jahre zusammen" blickte sie darauf zurück und schilderte, dass sie sich anfangs unvorbereitet und verloren gefühlt habe. Schwedisch sprach sie damals kaum, und einen Leitfaden, der sie auf ihre neue Rolle vorbereitet hätte, gab es nicht. Der seltene Mitschnitt aus der Gameshow gewährt damit einen Einblick in eine Zeit, in der Silvia noch ein ganz normales Berufsleben führte – bevor ihre Beziehung zu Carl Gustaf und ihre Rolle im schwedischen Königshaus sie international bekannt machten.










