Alyssa Milano spricht über Angst nach der Geburt
Alyssa Milano (53) hat sich mit sehr persönlichen Worten an ihre Zeit nach der Geburt ihres Sohnes Milo im Jahr 2011 erinnert. In einem Beitrag auf der Plattform Substack schilderte die Schauspielerin, wie sie damals unter postpartalen Ängsten, Depressionen und schweren Angstattacken litt. Anlass für den Rückblick ist der laufende Prozess gegen Lindsay Clancy, der in den USA erneut eine Debatte über psychische Erkrankungen nach einer Geburt und über Lücken in der Versorgung von Müttern ausgelöst hat. Schon in der ersten Nacht zu Hause habe Alyssa geglaubt, als Mutter versagt zu haben – weil die Geburt nicht vaginal verlaufen war und sie ihren Sohn noch nicht stillen konnte. "Mein Herz raste. Mein Magen verkrampfte sich. Ich hatte das Gefühl, ich würde sterben", beschrieb sie einen dieser Momente in dem Text, der ursprünglich 2018 im Magazin Time erschienen war. Trotz der Belastung kehrte sie damals an das Set einer TV-Produktion zurück. Auf den Fahrten dorthin habe sie ständig daran denken müssen, dass Milo in der Obhut seiner Betreuungspersonen sterben könnte. Nach 16-stündigen Arbeitstagen seien ihre Ängste regelmäßig in einer lähmenden Attacke gegipfelt. Bei einem nächtlichen Krankenhausbesuch bat sie schließlich einen Psychiater um Hilfe und ließ sich auf eigenen Wunsch für drei Tage in eine öffentliche psychiatrische Station aufnehmen.
Gleichzeitig stellte die Schauspielerin klar, dass ihre eigene Erkrankung nicht mit dem Fall Clancy gleichzusetzen sei. "Postpartale Angst und postpartale Psychose sind unterschiedliche Erkrankungen, und meine Erfahrung ist nicht die von Lindsay Clancy", schrieb sie. Und weiter: "Aber der Prozess hat erneut auf eine Wahrheit aufmerksam gemacht, die beide verbindet: Symptome psychischer Erkrankungen bei Müttern müssen erkannt, geglaubt und mit Dringlichkeit behandelt werden." In der Klinik habe sie zum ersten Mal das Gefühl gehabt, dass ihr Leid überhaupt wahrgenommen werde. Einfach sei der Weg dennoch nicht gewesen: Ein Arzt habe ihre Symptome abgetan, und selbst Kolleginnen hätten kaum verstanden, wie schlecht es ihr ging. Rückhalt fand sie bei ihrem Psychiater und ihrer Therapeutin, die sie ermutigten, sich der Erkrankung zu stellen und weiter an ihrer Genesung zu arbeiten.
Lindsay ist wegen des Todes ihrer drei Kinder Cora, Dawson und Callan unter anderem wegen dreifachen Mordes ersten Grades angeklagt. Die Staatsanwaltschaft geht von vorsätzlichen Tötungen aus, die Verteidigung verweist auf eine postpartale Psychose und eine bipolare Störung. Nach einem mutmaßlichen Suizidversuch am Todestag der Kinder ist die Angeklagte von der Hüfte abwärts gelähmt. Alyssa fordert nun, Hürden beim Zugang zu psychischer Gesundheitsversorgung abzubauen: Betroffene dürften mit solchen Krisen nicht allein gelassen werden, und es müsse offener über psychische Erkrankungen gesprochen werden. Zuletzt berichtete Alyssa zudem, seit mehreren Jahren keine Panikattacke mehr erlebt zu haben. Die Wechseljahre hätten ihr nach langer Leidenszeit mehr hormonelle Stabilität und ein stärkeres Selbstgefühl gebracht.










