Riz Ahmed scheitert als Bond und wird zum Emmy-Favoriten
Riz Ahmed sorgt mit seiner ungewöhnlichen James Bond-Satire "Bait" für eine Emmyüberraschung. Der britisch-pakistanische Schauspieler wurde als bester Hauptdarsteller einer Miniserie nominiert. Damit erhält ausgerechnet eine Produktion große Aufmerksamkeit, die mit kleinem Budget und einer eigenwilligen Mischung aus Branchensatire, Familienkomödie und Thriller entstand. In der sechsteiligen Amazon-MGM-Serie verkörpert Riz den erfolglosen Schauspieler Shah Latif. Dieser scheitert bei einem James-Bond-Casting und steigert sich danach immer stärker in den Traum hinein, der erste pakistanische 007 zu werden. Rund zehn Jahre entwickelte Riz die Serie. Mit einer Würdigung bei den Emmys hatte er angesichts der ungewöhnlichen Machart offenbar kaum gerechnet. "Es fühlt sich so unglaublich und schockierend und, ehrlich gesagt, großartig an, hier nominiert zu sein", erklärte er gegenüber Vanity Fair. Ob er den Preis tatsächlich gewinnt, entscheidet sich bei der Verleihung am 14. September 2026.
Obwohl Riz in "Bait" ausgiebig zeigt, wie er als Geheimagent im Smoking wirken könnte, sieht er sich nicht als ernsthaften Anwärter auf die echte Bond-Nachfolge. Auf eine entsprechende Frage im Interview reagierte der Schauspieler scherzhaft: "Ich glaube, diese Gefahr ist sehr gering, besonders nach dieser Serie." Die aktuelle Diskussion darüber, wer künftig 007 spielen soll, verfolge er ohnehin nicht besonders intensiv. Er hoffe allerdings, dass die Filmreihe mutig neu gedacht und in eine andere Richtung geführt werde. Beinahe hätte "Bait" Bond gar nicht beim Namen nennen dürfen. Weil die nötigen Rechte zunächst fehlten, erwog das Team, einen erfundenen Agenten einzusetzen. Die damalige Bond-Verantwortliche Barbara Broccoli las jedoch die Drehbücher und gab persönlich grünes Licht.
Die Rolle des verzweifelten, narzisstischen Shah bezeichnete er als verletzlich, beängstigend und als größten kreativen Sprung seines Lebens. Tatsächlich stammen zahlreiche Erlebnisse in "Bait" direkt aus Riz' Leben. Der britische Inlandsgeheimdienst MI5 wollte ihn nach seiner wachsenden Bekanntheit anwerben. Bei einem Auftritt als Supportact des Wu-Tang Clan im Londoner Kentish Town Forum erlitt er zudem eine Panikattacke. Auch ein Überfall in einem Park nahe dem Haus seiner Mutter floss in die Handlung ein. Bei der Entwicklung vertraute Riz ebenfalls auf Menschen aus seinem persönlichen und beruflichen Umfeld. Seine Ehefrau Fatima Farheen Mirza schrieb im Autorenteam mit. Außerdem beteiligte er frühere Weggefährten wie Regisseur Bassam Tariq und Schauspielerin Sheeba Chaddha.









