"Tor fürs Böse": Sido erklärt seinen Verzicht auf Alkohol

"Tor fürs Böse": Sido erklärt seinen Verzicht auf Alkohol

- Carina Bukenberger
Lesezeit: 2 min
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Nach Jahrzehnten inszenierter Eskalation hat Rap-Veteran Sido (45) dem Alkohol endgültig den Rücken gekehrt – und das nicht erst seit gestern. Wer bei seinen letzten Berliner Weihnachtsshows auf die übliche feuchtfröhliche Entgleisung spekulierte, blickte auf einen erstaunlich nüchternen Protagonisten. Im Format "Deutschrap ideal" legte der Musiker nun seine Motive offen: Der flüchtige Zustand des Betrunkenseins stehe in keinem Verhältnis zum Ausfall am Folgetag oder den geschmacklichen Qualitäten von Hochprozentigem. "Das wiegt sich für mich nicht mehr auf und deswegen macht das für mich keinen Sinn mehr", bilanzierte er freimütig. Die Absage an das flüssige Rauschmittel formulierte der Rapper dabei mit einer Metapher von beachtlicher Schärfe: "Alkohol öffnet das Tor fürs Böse."

Der bewusste Verzicht bremse seine Kreativität als Künstler aber keineswegs aus, sondern kanalisiere die Energie neu. Bei Sido hat offenbar eine ganz neue Schaffensfreude eingesetzt: Am 21. August 2026 feierte seine Single "ISSA" Premiere – der erste Bote seines zehnten Studioalbums "Frieden", das für den 27. November 2026 angesetzt ist. Ästhetisch wählt Sido ein feines Spiel mit den eigenen Archetypen: Im Video verzichtet er zwar auf die massive Chrommaske der frühen 2000er-Jahre, trägt jedoch einen transparenten Nachbau – ein visueller Kniff, der die wilde Anfangsphase seiner Laufbahn zitiert und sie im selben Moment symbolisch offenlegt.

Bei diesem künstlerischen Kassensturz setzt der Fünffachvater auf gelebte Nachwuchsförderung: Im Clip zu "ISSA" sitzt kein Geringerer als Sidos 26-jähriger Sohn Rashid am Schlagzeug – kein PR-Gimmick, sondern die konsequente Fortsetzung seiner Rolle als festes Mitglied der Live-Besetzung. Kurz vor der Ausblendung des Tracks setzt dann sogar noch Sidos zwölfjähriger Sohn Bo ein paar markante vokale Akzente. Indem der gebürtige Berliner die eigenen Kids akustisch wie visuell ins Zentrum der Inszenierung rückt, löst er sich gekonnt vom Motiv des einst so einsamen Rüpelrappers und demonstriert, welchen Stellenwert die Familie in seiner Inszenierung heute einnimmt.

Sido beim OMR Festival 2026 in den Messehallen Hamburg, Mai 2026
Imago
Sido beim OMR Festival 2026 in den Messehallen Hamburg, Mai 2026
Sido bei der "Bravo"-Supershow 2005
Getty Images
Sido bei der "Bravo"-Supershow 2005
Sido, Rapper
Getty Images
Sido, Rapper
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