Mireille Mathieu erduldet Schmerzen aus Angst vor Keimen
Mireille Mathieu (80) begleitet, seit sie ein Kind war, eine große Angst vor Krankheiten und Keimen – und seit der Coronapandemie ist diese Sorge gewachsen. Gegenüber der niederländischen Zeitschrift Story sprach die französische Sängerin, die am 22. Juli ihren 80. Geburtstag feierte, nun offen über ihre Vorsichtsmaßnahmen. Impfen lassen möchte sie sich nicht, dafür schützt sie sich unterwegs konsequent: "Ich hatte Todesangst, mich zu infizieren. Ich bin nicht geimpft, also muss ich vorsichtig sein. Auf Reisen trage ich immer eine Gesichtsmaske." Während der Pandemie ging die Interpretin sogar noch einen Schritt weiter. Für einen Zeitraum von zwei Monaten schottete sie sich gemeinsam mit ihren Schwestern Monique und Marie-France komplett zu Hause ab. Aus Angst, sich mit dem Virus anzustecken, habe sie sich in dieser Zeit nicht einmal in den Garten getraut.
Ihre Furcht vor Keimen bestimmt auch den Umgang mit ihrer eigenen Gesundheit. Mireille leidet an fortgeschrittener Arthrose in der Hüfte und im Knie, normales Gehen bereitet ihr starke Schmerzen. Inzwischen ist sie darauf angewiesen, gestützt zu werden. Eine Operation wäre seit Jahren möglich, doch die Sängerin lehnt diesen Eingriff vehement ab. Der Grund: Sie hat große Angst vor Komplikationen und einer möglichen Ansteckung im Krankenhaus. "Ich bin überzeugt, dass dabei etwas schiefgehen würde. Ein Krankenhauskeim, eine Lungenentzündung", erklärte sie im Gespräch mit Story. Am meisten belastet sie dabei der Gedanke, dass eine Narkose oder eine Komplikation ernste Folgen für ihre Karriere haben könnte. "Meine größte Angst ist, dass ich nicht mehr singen könnte. Und das würde ich nicht überleben", gestand die Französin. So entscheidet sich Mireille lieber dafür, die Schmerzen zu ertragen, als sich in einer Klinik behandeln zu lassen.
Auch nachts kommt die Künstlerin nicht zur Ruhe. Das Licht bleibt bei ihr grundsätzlich an, wenn sie ins Bett geht. "Ich wage es nicht, ohne Licht einzuschlafen. Ich wache oft mitten in der Nacht auf und schlafe nicht ein. Dann bete ich zur Jungfrau Maria um Hilfe und Schutz", berichtete die gläubige Sängerin. Trotz ihrer Beschwerden steht für den kommenden Herbst ein riesiges Projekt an: Mit ihrer Abschiedstournee "Goodbye My Love Goodbye" kommt sie unter anderem nach Chemnitz, Berlin, Frankfurt und München. Dabei kann sie auf den Rückhalt ihrer Familie zählen. Mireille wuchs als Älteste von 14 Kindern in Avignon in einfachen Verhältnissen auf – in einer Wellblechhütte ohne Bad und Heizung. Selbst wenn sie auf Tournee ist, steht der tägliche Telefonanruf mit ihren 13 Geschwistern fest auf ihrem Programm.








