Nach Kritik an John Galliano: Met Gala verliert ihr Thema
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Nach Kritik an John Galliano: Met Gala verliert ihr Thema

- Lisa Mayr
Lesezeit: 3 min
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Die Met Gala 2027 steht derzeit ohne Motto da: Das Costume Institute des Metropolitan Museum of Art in New York hat die für das Frühjahr geplante Ausstellung "John Galliano: Horizons" abgesagt. Die Schau sollte dem Werk des Designers gewidmet sein und zugleich als thematische Grundlage für das Modeevent dienen. Auslöser für die Absage war die anhaltende Kritik an der geplanten Würdigung von John Galliano (65). Hintergrund sind antisemitische und rassistische Äußerungen, die der Designer 2010 und 2011 getätigt hatte. Das Metropolitan Museum of Art und John teilten die Entscheidung gemeinsam auf der Internetseite des Museums mit. Nun soll ein neues Thema gefunden werden. Welcher Titel und welcher inhaltliche Schwerpunkt die Ausstellung und damit auch die Met Gala bestimmen werden, soll später bekannt gegeben werden. Bis dahin fehlt dem wichtigsten Modeevent des Jahres die übliche thematische Leitlinie für die Looks der Gäste.

John äußerte sich auf Instagram ausführlich zu dem Rückzug: "Nach reiflicher Überlegung und Gesprächen mit dem Met und allen Beteiligten bin ich mit großer Trauer zu dem Entschluss gekommen, dass es für die Ausstellung das Beste ist, sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht stattfinden zu lassen." Der Designer übernehme weiterhin "volle Verantwortung" für seine damaligen Aussagen und entschuldigte sich erneut. Eine angemessene Wiedergutmachung könne nicht durch eine Ausstellung, institutionelle Anerkennung oder eine einzelne öffentliche Geste erreicht werden, erklärte John. "Es ist eine fortwährende Verantwortung, die sich durch Zuhören, Lernen und das eigene Verhalten im Laufe der Zeit zeigt." Anna Wintour (76), seit Jahren Gastgeberin der Met Gala, bezeichnete den Schritt in einem Statement auf der Internetseite des Museums als "sehr mutig": "Ich halte dies für die richtige Entscheidung, und sowohl er als auch das Museum haben meine volle Unterstützung." Museumsdirektor Max Hollein bestätigte die gemeinsame Entscheidung. Kurator Andrew Bolton verwies zudem auf die Aufgabe des Costume Institute, schwierige historische Themen sorgfältig, offen und bedacht zu behandeln.

Die Kontroverse um John reicht bis ins Jahr 2011 zurück. Damals wurde der Designer wegen seiner Äußerungen zu einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt und verlor seinen Posten als Chefdesigner bei Christian Dior. Seitdem entschuldigte sich John mehrfach öffentlich und erklärte, die umstrittenen Sätze in betrunkenem Zustand geäußert zu haben. Mit der Met Gala verbindet John allerdings auch einen besonderen Moment: 1996 begleitete er Prinzessin Diana (†36) bei ihrem einzigen Besuch des Events in New York und entwarf eigens das Kleid für diesen Abend. Ihr Auftritt fand nur wenige Monate nach der offiziell besiegelten Scheidung von König Charles (77) statt. Auch beruflich gelang John ein Comeback: 2014 übernahm er die kreative Leitung von Maison Margiela. Diesen Posten gab der Designer Ende 2024 wieder ab. Im März 2026 wurde schließlich eine auf zwei Jahre angelegte Zusammenarbeit mit Zara angekündigt. Die erste gemeinsame Kollektion soll im September 2026 erscheinen.

John Galliano
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John Galliano
Anna Wintour bei der Weltpremiere von "Der Teufel trägt Prada 2" in New York am 20. April 2026
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Anna Wintour bei der Weltpremiere von "Der Teufel trägt Prada 2" in New York am 20. April 2026
Diana, Princess of Wales, trifft zum Costume Institute Ball im Metropolitan Museum of Art in New York ein
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Diana, Princess of Wales, trifft zum Costume Institute Ball im Metropolitan Museum of Art in New York ein
Die Ausstellung zu John Galliano wurde nach Kritik abgesagt: Findet ihr diese Entscheidung richtig?