Sollte Friseur Epsteins minderjährige Opfer jünger stylen?
Sieben Frauen haben am vergangenen Dienstag vor dem New York Supreme Court in Manhattan Klage gegen den französischen Starfriseur Frédéric Fekkai eingereicht. Zu den Klägerinnen gehören das frühere Model Kersti Ferguson und das ehemalige Playboy-Playmate Audra Christiansen, fünf weitere Frauen wollen anonym bleiben. Sie werfen Fekkai, seinem Mitarbeiter Patrick Coombs und dem Unternehmen Frédéric Fekkai & Co. vor, ihre Salons über mehr als 15 Jahre hinweg für Jeffrey Epsteins (†66) System zur Verfügung gestellt und damit die Manipulation und den Missbrauch junger Frauen und Mädchen mitermöglicht zu haben. In der von Courthouse News veröffentlichten Klageschrift heißt es laut Courthouse News: "Epstein wies Fekkai an, die Haare der Opfer zu blondieren und sie wie Puppen nach Epsteins Geschmack und dem anderer herzurichten." Die sieben Frauen fordern nun auf Grundlage des Victims of Gender-Motivated Violence Protection Act Schadensersatz wegen geschlechtsspezifischer Gewalt.
Insbesondere Fekkais früherer Flagshipsalon in Manhattan soll laut der Klage eine zentrale Rolle gespielt haben. Die Klägerinnen bezeichnen ihn als "Epizentrum für das Grooming der Opfer". Epstein sei dort regelmäßig mit Gruppen junger Frauen erschienen, die auf seinem Schoß gesessen und sein Haar gestreichelt hätten. Fekkai und Coombs sollen dabei geholfen haben, die Betroffenen so jung und nach Epsteins Vorstellungen herzurichten, dass Epstein sie anschließend sexuell missbrauchen konnte. Mehr als 3.000 Dokumente und E-Mails aus den veröffentlichten "Epstein Files" sollen einen Bezug zu dem Salon aufweisen. Fekkais Sprecher Mark Herr wies die Anschuldigungen gegenüber Courthouse News zurück: "Frédéric Fekkai hat nichts falsch gemacht." Dieselbe Kanzlei habe bereits vor drei Monaten ähnliche Vorwürfe erhoben und die damalige Klage zurückgezogen, nachdem sie an ein Bundesgericht verwiesen worden sei. Zudem betonte er, dass in der neuen Klage nicht behauptet werde, Fekkai habe eine der Frauen getroffen oder berührt. Strafrechtlich angeklagt ist der Friseur in diesem Zusammenhang nicht.
Das ehemalige Model Kersti Ferguson gibt an, Epstein habe ihr über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg geschlechtsspezifische Gewalt angetan – beginnend, als sie etwa 16 Jahre alt gewesen sei. Audra Christiansen erklärte zuletzt, sie habe das FBI bereits 2005 vor Epstein gewarnt, ihre Hinweise seien jedoch ignoriert worden. Fekkais Name war bereits zuvor im Zuge der Aufarbeitung des Falls gefallen. Epsteins frühere Assistentin Sarah Kellen soll ihn bei einer nicht öffentlichen Befragung durch Abgeordnete beschuldigt haben, sie Anfang der 2000er-Jahre sexuell missbraucht zu haben. Auch diesen Vorwurf bestreitet Fekkai. Ein Sprecher erklärte damals gegenüber CNN, der Friseur sei über die Aussage "erstaunt" und habe "nichts falsch gemacht". Einen Tag vor Einreichung der aktuellen Klage hatte der republikanische US-Abgeordnete Thomas Massie Fekkai zudem als einen von 14 mutmaßlichen Mitverschwörern Epsteins bezeichnet und das US-Justizministerium zu Ermittlungen aufgefordert.






















