Christina Blocks Ex-Anwalt wird plötzlich zum Zeugen

Christina Blocks Ex-Anwalt wird plötzlich zum Zeugen

- Margit Huber
Lesezeit: 2 min
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Im Prozess gegen Christina Block (53) steht am Montag, dem 21. September 2026, ein prominenter Zeuge auf der Liste: ihr früherer Verteidiger Otmar Kury. Der Anwalt soll ab 9.30 Uhr vor dem Landgericht Hamburg aussagen. Es ist der 75. Verhandlungstag und zugleich der erste Termin nach einer längeren Pause. Inhaltlich soll es um ein Gespräch aus dem Januar 2024 gehen, an dem Otmar laut den Angaben eines mitangeklagten deutschen Sicherheitsunternehmers beteiligt gewesen sein soll. Auf dessen Antrag hin wurde der Jurist nun als Zeuge geladen. Brisant ist jedoch: Christina hat ihren früheren Verteidiger nicht von seiner anwaltlichen Schweigepflicht entbunden. Das erklärte sie auf Nachfrage der Vorsitzenden Richterin Isabel Hildebrandt. Wie viel Otmar also tatsächlich erzählen darf, dürfte am Montag zur zentralen Frage werden.

Der 53-jährigen Unternehmerin wird vorgeworfen, nach einem erbitterten Sorgerechtsstreit eine israelische Sicherheitsfirma mit der Entführung ihrer beiden Kinder beauftragt zu haben. Ihr Sohn war damals zehn Jahre alt, ihre Tochter 13. Die Kinder sollen vom Wohnort ihres Vaters Stephan Hensel in Dänemark nach Deutschland gebracht worden sein. Christina selbst bestreitet, einen solchen Auftrag erteilt zu haben. Zum Auftakt des Verfahrens im Juli 2025 wurde sie noch von zwei Anwälten vertreten: von Otmar Kury und von Ingo Bott. Lange hielt diese Konstellation allerdings nicht. Bereits im August 2025 trennte sich die Angeklagte von Otmar. Damit dauerte die Zusammenarbeit der beiden während des laufenden Verfahrens nur wenige Wochen. Nun kehrt der ehemalige Anwalt nicht als Verteidiger, sondern auf Antrag eines Mitangeklagten als Zeuge in den Gerichtssaal zurück. Im Mittelpunkt soll dabei das Gespräch aus dem Januar 2024 stehen.

Im Bösen auseinandergegangen sind die beiden offenbar nicht. Nach der Trennung ließ Christina über ihren verbliebenen Verteidiger Ingo ausrichten: "Ich danke Herrn Rechtsanwalt Kury für seinen großen Einsatz", wie Bunte.de berichtete. Für Bewegung hatte zuletzt der 72. Verhandlungstag gesorgt: Dort korrigierte die Unternehmerin nach längerem Schweigen Teile ihrer früheren Aussage. Bei ihrem ersten Treffen mit David Barkay, dem mutmaßlichen Kopf der Entführer, sei es demnach bereits um ihre Kinder und um Informationen für den Sorgerechtsstreit gegangen. Zuvor hatte sie angegeben, es ginge zunächst nur um die Cybersicherheit der Block-Gruppe. An einem Punkt hielt die Angeklagte jedoch fest: Sie habe von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24 nichts gewusst.

Christina Block, Unternehmerin
Getty Images
Christina Block, Unternehmerin
Eugen Block mit seiner Tochter Christina Block beim Neujahrsempfang "Punsch unterm Dach" im Hotel Grand Elysée Hamburg 2026
Imago
Eugen Block mit seiner Tochter Christina Block beim Neujahrsempfang "Punsch unterm Dach" im Hotel Grand Elysée Hamburg 2026
Gerhard Delling und Christina Block auf dem Weg zum Landgericht Hamburg während des Prozesses um den Entführungsfall der Block-Kinder
Imago
Gerhard Delling und Christina Block auf dem Weg zum Landgericht Hamburg während des Prozesses um den Entführungsfall der Block-Kinder
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