Prozess: Christina Block räumt Fehler in ihrer Aussage ein

Prozess: Christina Block räumt Fehler in ihrer Aussage ein

- Fabienne Stepczynski
Lesezeit: 3 min
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Nach monatelangem Schweigen hat Christina Block (53) vor dem Landgericht Hamburg wieder ausführlich Stellung genommen. Am 72. Verhandlungstag des seit Juli 2025 laufenden Prozesses um die Entführung ihrer beiden Kinder korrigierte die Unternehmerin Teile ihrer früheren Angaben, wie WELT berichtet. So räumte sie ein, dass es bereits bei ihrem ersten Gespräch mit David Barkay, dem mutmaßlichen Kopf der Entführer, um ihre Kinder gegangen sei. Zu Prozessbeginn hatte sie noch erklärt, die Sicherheitsfirma des Israelis sei zunächst lediglich wegen der Cybersicherheit der Block-Gruppe im Gespräch gewesen. Nach ihrer nun geänderten Darstellung sollte Barkay vielmehr Informationen beschaffen, die ihr im Sorgerechtsstreit nützlich sein könnten. Auch beim Ort des Treffens korrigierte sie sich: Es habe in einem Restaurant und nicht in einem Hotel stattgefunden. Barkays Zeugenaussage habe ihre Erinnerung an das lange zurückliegende Gespräch aufgefrischt. Von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24 will sie weiterhin nichts gewusst haben: "Ich war weder vorbereitet noch habe ich mit der Rückkehr gerechnet."

Auch über zwei heimlich auf dem Grundstück ihres Ex-Manns angebrachte Kameras sei sie nicht informiert gewesen. "Ich hätte mich klar dagegen ausgesprochen", erklärte die Unternehmerin vor Gericht. Sie räumte jedoch ein, im Frühjahr rund vier Wochen lang der Chatgruppe "Bring Kids Home" angehört zu haben. Dort habe sie mit Personen kommuniziert, die später als mutmaßliche Entführer identifiziert wurden. Die Nutzung eines zusätzlichen Handys habe sie dabei nicht als ungewöhnlich empfunden, sondern als übliche Sicherheitsmaßnahme verstanden. Zur Funktion der Gruppe sagte sie: "Der Chat hat einen Austausch über die Lage meiner Kinder ermöglicht." Die Anklage wirft Christina Block vor, eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihren damals zehnjährigen Sohn und ihre 13-jährige Tochter aus Dänemark nach Deutschland zu bringen. Sie bestreitet die Vorwürfe. Insgesamt sitzen sieben Personen auf der Anklagebank, nur ein 37-jähriger Israeli hat die Vorwürfe eingeräumt. Für alle anderen gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

Ausgangspunkt des Verfahrens ist der seit Jahren andauernde Sorgerechtskonflikt zwischen Christina und ihrem Ex-Mann Stephan Hensel. Nach einem Wochenendaufenthalt bei ihrem Vater im August 2021 kehrten die beiden Kinder entgegen der Vereinbarung nicht nach Hamburg zurück. Wie sie diese Zeit erlebte, schilderte Christina Block in ihrer rund eineinhalbstündigen Erklärung emotional: "Ich fiel ins Bodenlose. Es begann ein Albtraum, der bis heute kein Ende gefunden hat." Mehrfach brach ihr dabei die Stimme weg. Mitangeklagt ist auch ihr Lebensgefährte Gerhard Delling (67), dem Beihilfe vorgeworfen wird. Sein Verteidiger David Rieks erklärte, die ausgewerteten Dokumente lieferten keinen Anhaltspunkt dafür, dass der frühere Sportmoderator von der geplanten Aktion in der Silvesternacht gewusst habe. Auch Blocks Verteidiger Ingo Bott sieht seine Mandantin nicht eingeweiht. "Die Silvesteraktion trägt nicht die Handschrift von Frau Block", zitiert WELT den Anwalt aus seiner Stellungnahme vor dem Landgericht Hamburg.

Christina Block vor dem Landgericht Hamburg: Ankunft zum 70. Prozesstag am 19. August 2026
Imago
Christina Block vor dem Landgericht Hamburg: Ankunft zum 70. Prozesstag am 19. August 2026
Christina Block im September 2025 vor Gericht
Getty Images
Christina Block im September 2025 vor Gericht
Gerhard Delling und Christina Block auf dem Weg zum Landgericht Hamburg während des Prozesses um den Entführungsfall der Block-Kinder
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Gerhard Delling und Christina Block auf dem Weg zum Landgericht Hamburg während des Prozesses um den Entführungsfall der Block-Kinder