Nicht Marvel: Diesen Superhelden-Film feiert Martin Scorsese

Nicht Marvel: Diesen Superhelden-Film feiert Martin Scorsese

- Mia Lada-Klein
Lesezeit: 2 min
Promiflash.de bei Google bevorzugen

Martin Scorsese (83) ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen – vor allem nicht, wenn es um Superhelden-Filme geht. Bereits 2019, als der Regisseur seinen Film "The Irishman" bewarb, sorgte er laut filmstarts.de mit der Aussage für Aufsehen, Filme aus dem Marvel-Universum seien "kein Kino". Handwerklich mögen sie gut gemacht sein, so seine Begründung, und mitunter seien sogar großartige Schauspielleistungen darin zu sehen – aber im Kern erinnerten sie ihn eher an Achterbahnfahrten als an echte Kunst. Menschliche Figuren kämen zu kurz, das große Spektakel stehe über allem. Doch es gibt Ausnahmen: Gegenüber seinen eigenen Maßstäben gesteht der Filmemacher bestimmten Werken durchaus Respekt zu.

Schon damals hob Martin Scorsese die "Spider-Man"-Trilogie von Sam Raimi (66) als "echtes Kino" hervor, da sie die persönliche Handschrift eines einzelnen Regisseurs trage und sich ernsthaft mit der Figur des Peter Parker auseinandersetze. Doch einen noch größeren Eindruck hat offenbar "Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)" hinterlassen. In einem TikTok-Video seiner Tochter Francesca, das 2023 viral ging, verglich der Regisseur verschiedene Filmklassiker miteinander. "Birdman" setzte sich dabei nicht nur gegen Quentin Tarantinos (63) "Once Upon A Time... In Hollywood" durch, sondern schlug auch den Westernklassiker "Zwei glorreiche Halunken". In dem Film spielt Michael Keaton (74) einen alternden Hollywood-Star, der einst als Superheld "Birdman" gefeiert wurde und nun am Broadway um künstlerische Anerkennung kämpft – eine Rolle, die bewusste Parallelen zu Michael Keatons echter Karriere als Batman zieht. Der Film persifliert dabei den ewigen Spagat der Filmindustrie zwischen Geschäft und Kunst – ein Thema, das Martin naturgemäß am Herzen liegt.

Bemerkenswert ist auch, dass "Birdman"-Regisseur Alejandro González Iñárritu (62) Martin in seinem Film selbst einen humorvollen Auftritt als Referenz gönnt. In einer Szene kurz vor der Bühnenpremiere steht Michael Keatons Figur kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Um ihn zu beruhigen, flüstert ihm der Produzent zu: "Martin Scorsese sitzt im Publikum." Die skeptische Nachfrage "Wirklich?" quittiert der Produzent trocken: "Ja... und der Papst auch." Mit einem Augenzwinkern hebt der Film damit Martins fast mythischen Status in der Filmwelt hervor.

Martin Scorsese bei der Vorführung von "Taxi Driver" beim Tribeca Film Festival 2026 in New York City
Getty Images
Martin Scorsese bei der Vorführung von "Taxi Driver" beim Tribeca Film Festival 2026 in New York City
Alejandro González Iñárritu und Michael Keaton beim Governors Ball der 87. Oscars in Hollywood
Getty Images
Alejandro González Iñárritu und Michael Keaton beim Governors Ball der 87. Oscars in Hollywood
Bei einem TIME-Event in New York spricht Martin Scorsese auf der Bühne
Getty Images
Bei einem TIME-Event in New York spricht Martin Scorsese auf der Bühne
Teilt ihr Martins Hype für "Birdman" als Superheldenfilm mit Hirn und Herz?