Zu viel Familie: Lothar Matthäus rechnet mit WM-Aus ab
Das WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay am 29. Juni sorgt weiterhin für Wirbel – und nun mischt sich auch Fußball-Legende Lothar Matthäus (65) mit brisanten Aussagen in die Debatte ein. Der Experte erhebt gegenüber Sport Bild schwere Vorwürfe und behauptet, dass es im DFB-Quartier während des Turniers vielleicht etwas zu harmonisch zugegangen sei. Sein Fazit fällt dabei vernichtend aus: "Im Endeffekt gab es doch viel Unruhe ... der Fokus lag einfach nicht auf dieser WM. Es war immer ein freier Familientag und noch ein freier Familientag."
Besonders die frühe und ausgiebige Einbindung von Partnerinnen, Kindern und Angehörigen der Spieler sieht Lothar kritisch. "Es gab viele Themen, die vielleicht wichtiger waren als das auf dem Fußballplatz", so der Rekordnationalspieler, der auch konkret wird: "Frauen, Familien, alles war dabei." Er schildert zudem, dass unterschiedliche Regelungen bei Anreise und Unterbringung der Familienmitglieder für Unmut unter den Spielern gesorgt hätten. "Der eine war dann sauer auf den anderen, weil bei einem die Mama mitfliegen durfte und bei dem anderen durfte die Frau mitfliegen und die Kinder. Die anderen mussten dann mit der Linienmaschine fliegen", erklärt er. Sein Vorschlag für die Zukunft: Familien sollten erst im Viertelfinale zur Mannschaft stoßen – "wenn die Mannschaft etwas geleistet hat."
Lothar Matthäus ist als Deutschlands Rekordnationalspieler mit 150 Länderspielen eine der prägendsten Figuren im deutschen Fußball. Mit der Nationalmannschaft wurde er 1990 in Italien Weltmeister und war auch als Spielführer maßgeblich am Titelgewinn beteiligt. Nach seiner aktiven Karriere etablierte er sich als TV-Experte und Kommentator und ist damit eine feste Stimme, wenn es um die Analyse der Nationalmannschaft geht. Für seine oft pointierten Aussagen ist der frühere Kapitän seit Jahren bekannt – und selten bleibt es dabei ohne Reaktion.











